Leserbeitrag
Klassentreffen Jahrgang 1965 Sekundarschule Leibstadt

Käthi Graf
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Bilder zum Leserbeitrag

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Leibstadt/Sizilien (grj)Regelmässig alle fünf Jahre treffen sich die Schulabgänger des Jahrgangs 1965 (einige 64 sind auch mit dabei) der Sekundarschule Leibstadt. Diesmal, die Meisten konnten doch den 50. Geburtstag bereits feiern, sollte es etwas Besonderes sein. Eine viertägige Reise führte nach Sizilien in die Heimat der ehemaligen Klassenkameradin Maria Ilardo.

Bereits um 4 Uhr morgens am Donnerstag, 17. September startete die reiselustige Gesellschaft beim Gemeindesaal in Leibstadt. Mit drei Autos gelangte man schon bald an den Flughafen Kloten, einchecken, Boarding und Abflug bereits um 06.20 Uhr bei 10° Celsius. „Der frühe Vogel fängt den Wurm“, bereits um 08.15 Uhr konnten wir das Flugzeug auf dem Flugplatz Catania bei 28° Celsius verlassen. Nach einem herzlichen Empfang mit Transparent von Maria und ihrer Tochter Angela war erstmal eine Stärkung nötig. Der gemietete Reisebus war auch schon startklar so dass der Fahrt nach Taormina nichts mehr im Wege stand. Taormina, ein typischer Touristenort (man merkte es auch an den Preisen) konnte mit einer Vielzahl von historischen Bauten und natürlich der Ladenstrasse mit dutzenden von Läden, Ständen und Beizen überzeugen. Die Temperatur stieg unaufhaltsam an, so dass dem Flüssigkeitshaushalt grosse Beachtung geschenkt werden musste. Am Nachmittag stand ein erster Strandbesuch an. Am Strand von Giardini-Naxos genossen die ersten ein Bad im recht warmen Mittelmeer, andere mussten sich weil das Badezeug noch unten im Gepäck war, mit einem Fussbad begnügen. Gegen Abend führte dann die Busfahrt weiter ins Landesinnere nach Leonforte, unserer „Heimat“ für die kommenden drei Tage. Wohnung beziehen, frisch machen und ab zum wohlverdienten Nachtessen, das wie erwartet sehr gut schmeckte und für unsere Verhältnisse sehr günstig war. Maria, ihr Mann Pino und wir 14 Schweizer belegten einen schönen Tisch und es war für uns die Gelegenheit die Gebräuche der Sizilianer kennen zu lernen. Eine so illustre Gruppe fiel natürlich sofort auf, zeigten wir doch unsere Freude über die „Klassenfahrt“ sehr offen. Nach einer doch relativ kurzen Nacht und dem Frühstück am Freitagmorgen war erstmals die Gelegenheit das Dorf Leonforte, das immerhin 13‘800 Einwohner zählt etwas kennen zu lernen. Am Nachmittag stand ein Besuch im Sicilia Outlet Village an. 143 Läden meist mit Marken-Klamotten, Schuhen und Parfums reiten sich da dicht aneinander. Wir waren froh, dass auf den Plätzen Säulen montiert waren die mit ihrem versprühten Wassernebel eine wenn auch nur kurze Abkühlung brachte. Die meisten nutzten die Gelegenheit natürlich um sich ein Paar Schuhe oder einen betörenden Duft zu erwerben. Nach der Rückfahrt zur Wohnung und dem erneuten Frischmachen wartete ein besonderes kulinarisches Erlebnis auf uns. In einem Agriturismo, bei uns würde man vielleicht „Besenbeiz“ dazu sagen, überzeugte die sizilianische Küche mit typischen regionalen Produkten auf der ganzen Linie. Wir waren eine sehr sangesfreudige Gesellschaft, so konnten wir nach dem Geburtstaglied für Gaby auch gleich noch für zwei weitere Gesellschaften die anwesend waren, das Geburtstagslied zum Besten geben. Nach ca. vier Stunden Nachtessen mit gefühlten 20 Gängen hatten dann wohl alle die nötige Bettschwere erreicht. Am Samstag war schon früh Tagwache. Bereits um 07.30 wollten wir eigentlich losfahren, alle waren auch dazu bereit, nur Nicola unser Chauffeur nicht! Mit 20 Minuten Verspätung ging dann die Fahrt doch noch los in Richtung Agrigento, ins Valle dei Templi. Man wollte ja auch etwas über die Kultur des Landes sehen und erleben. Eine Reihe monumentaler Tempel, die im Verlauf des 5. Jahrhunderts v. Chr. entlang der südlichen Stadtmauer auf einem Höhenzug errichtet wurden, konnten auf einem rund 2-stündigen Fussmarsch besichtigt werden. Natürlich dienten die griechischen Überbleibsel auch als dankbares Fotosujet für manch ein Foto. Mit bis zu 37 Grad war der Samstag wohl der heisseste Tag. Grund genug den Nachmittag am Strand von „Majata Beach“ mit dem Baden im noch sehr warmen Mittelmeer zu verbringen. Für einzelne war es der erste Besuch an einem Badestrand am Meer. Die Seele baumeln lassen und la Dolcefarniente für einige Stunden geniessen, und natürlich immer auf den Flüssigkeitshaushalt achten! Am Abend nach der Pizza tauchten wir in das Strassenleben von Leonforte ein. Kurzerhand wird jeweils von 19.30 Uhr bis 01.00 Uhr die Strasse für den gesamten Verkehr gesperrt und in eine Familien- und Fest Zone umgewandelt. Hunderte wenn nicht Tausende, vom Baby bis zum Greis, tummelten sich bei noch sehr angenehmen Temperaturen auf den Strassen und Plätzen. Mancherorts wurde sogar noch musiziert und getanzt bis in die späten Nachtstunden. Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen der Familie. So waren wir nach dem Frühstück (das übrigens in Sizilien nach mehr tönt als es tatsächlich ist), bei Maria zu Lasagne eingeladen. Und wie das halt in Sizilien so ist, gesellten sich noch Freunde, Verwandte und Bekannte dazu und schon bald war die Gesellschaft so gut zwei Dutzend gross. Einmal mehr durften wir die Gastfreundschaft und Herzlichkeit des sizilianischen Volkes in vollen Zügen geniessen. Ganz einfach und unkompliziert aber mit einer ehrlichen Herzlichkeit verbrachten wir einige Stunden mit der Familie von Maria. Eine wunderbare Erfahrung die wohl keiner der Reisegruppe missen möchte. Im Verlaufe des Nachmittags mussten wir uns dann jedoch von den neu gewonnen Freunden verabschieden, was vor allem bei den sizilianischen Freunden bei unserem Abschiedslied für einige Tränen sorgte. Mit drei Autos wurden wir ein letztes Mal in unsere Wohnung gefahren wo es hiess die Koffer zu packen. Wiederum mit dem Bus ging die Fahrt nach Catania wo wir noch eine eindrückliche Stadtrundfahrt, ein letztes feines Espresso oder Cappuccino genossen, bevor es dann zum Flugplatz ging. Um 19.20 Uhr hob das Flugzeug in Catania ab und landete um 21.15 Uhr sicher auf dem Flughafen Kloten. Vier wohl unvergessliche Tage der Klassenzusammenkunft 2015 in Sizilien neigten sich dem Ende. Es bleibt eine Reihe von unvergesslichen Erinnerungen. Sei es das wegheben von Hand eines falsch parkierten Autos damit unser Bus die enge Gasse hinunter kam. Unser Reisebus oder auch der Chauffeur war so oder so immer für eine Überraschung gut... Was ganz bestimmt allen in bester Erinnerung bleiben wird sind die Gastfreundschaft und die Herzlichkeit die uns von allen Bewohnern entgegengebracht wurde. Als „Amici de Maria“ hatten wir jedenfalls das Gefühl, bekannt zu sein wie ein bunter Hund. Ein riesiges und ebenso herzliches Dankeschön gehört natürlich den Organisatoren dieser Reise mit all ihren Höhepunkten. Maria Ilardo, Daniel Muntwyler und Georg Müller haben ein einmaliges und ebenso durchdachtes Reiseprogramm zusammengestellt das wirklich keine Wünsche offen liess. Herzlichen Dank für die super Planung und auch Betreuung während den vier Tagen. Wo mag es wohl in 10 oder 20 Jahren hingehen?

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