Leserbeitrag
Kammermusikalischer Leckerbissen in Aarau mit Musiker-Familie Koci aus Prag

Fabienne Schmid
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Trio L.+ Th.+ H. Koci 2012.jpg

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Was sich am Montag in Aarau in der neu renovierten Pauluskirche der Evangelisch-methodistischen Kirche mit ihrer hervorragenden Akustik im wahrsten Sinn des Wortes abspielte, war ein kammermusikalischer Leckerbissen auf höchstem Niveau. Das zahlreich erschienene Publikum kam voll auf seine Rechnung. Der am Schluss nicht enden wollende Beifall und zwei Zugaben sind Bestätigung dafür. Wermutstropfen war allerdings, dass Vladan Koci, Professor für Violoncello, auf dieser Schweizertournee nicht dabei sein konnte und somit aus dem Quartett ein Trio wurde, das aber das leicht angepasste Programm mit Bravour meisterte. Mutter Hana Koci (Cello), Tochter Lucie (Violine) und Sohn Thomás (Cello) präsentierten eine im wahrsten Sinn des Wortes musikalische Familie, die sich menschlich, wie auch musikalisch hervorragend verstand. Wenn andere Ensembles dieses dichte Zusammenspiel nur durch langes Zusammenwirken erarbeiten müssen, schien dies dem Trio wie in die Wiege gelegt. Frei von musikalischen Hierarchien war jedes der drei Mitglieder des Trios mal Solist, mal als verlässlicher Begleiter involviert. Besonders hervorzuheben ist das virtuose, mit Feingefühl und Perfektion vorgetragene Violin-Solo der erst 20jährigen Lucie Koci, aber auch das Allegro Appassionato von C. Saint-Saëns, in dem Mutter Hana den Solistenpart übernahm, war von beeindruckender Ausstrahlung. Als Einlage erweiterte sich das sympathische Trio zu einem Quartett. Lienhard Roser, Freund der Familie Koci, interpretierte als das witzige Flötenkonzert in D-Dur von A. Vivaldi „Il Gardellino“.

Das Konzert schloss mit der Polonaise in d-moll von D. Popper, von Thomás Koci (27) mit höchster Virtuosität gespielt. (elr)

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