Leserbeitrag
Jagdaufseher auf der Schulbank

Marcel Siegrist
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Am Samstag, den 4. Juni 2016 fand auf dem Areal der Jura-Zement-Fabriken in Wildegg, ein Weiterbildungskurs für Aargauer Jagdaufseher statt. Organisiert wurde dieser wichtige und lehrreiche Anlass wie schon so oft von Max Schmid, Präsident der Vereinigung Aargauischer Jagdaufseherinnen und Jagdaufseher, kurz VAJ, und der Sektion Jagd und Fischerei der Aargauer Jagdverwaltung. Assistiert von seinen Vorstandsmitgliedern war es bereits zum 8. Mal, auf dem idealen Gelände für die mehr als 200 Teilnehmer. Eingeladen dazu hatten die Aargauer Jagdverwaltung und der VAJ. Für Jagdlehrgänger war dieser Anlass sehr lehrreich. Die Stunden konnten sie im Lehrgangsheft eintragen.

Um 08:30 eröffnete Max Schmid den Kurstag, und begrüsste die Gäste und die grosse Zahl der Jagdaufseherinnen und Jagdaufseher, sowie die Jagdlehrgänger. Zu Gast waren der Aargauer Jagdverwalter Dr. Thomas Stucky, und der Geschäftsführer vom AJV Erich Schmied. Von der Werksleitung der Zementfabriken die beiden Herren Marcel Bieri und Adrian Streuli, die guten Kontakt zur Jägerschaft pflegen, und der Jagd wohlgesinnt sind. Adrian Streuli beteiligt sich jährlich als Treiber an Bewegungsjagden in einem Aargauer Jagdrevier.

Die Kursteilnehmer wurden anschliessend in fünf Gruppen eingeteilt, die abwechselnd die fünf Posten besuchten.

Das Programm lautete wie folgt:

Posten 1: Probeentnahme bei Wildtieren, Referent: Erwin Osterwalder, Fachspezialist „Jagd“ bei der Aargauer Jagdverwaltung.

Er hat besonders darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, bei einer Probeentnahme bei Wildtieren, hygienisch sauber vorzugehen. Nur so stimmen die Resultate der Blutentnahme, (Schweiss) DNA, Proben und Gewebeentnahmen. Erwin Osterwalder erklärte das eindrücklich, so dass dieses Thema jedem Teilnehmer klar war.

Posten 2: Einsatz und Handhabung von Wärmebildkameras, Referent: Jan Dietsche „Eulenauge- Jagd und Outdoor“

Der Referent Jan Dietsche von „Eulenauge- Jagd und Outdoor“ gab jedem Teilnehmer die Gelegenheit, eine Wärmebildkamera in die Hand zu nehmen. Ihr Einsatz ist sehr vielseitig, und damit ein wertvolles Instrument für die Jagd, und im Revier. Man erkennt rechtzeitig verschiedene Unregelmässigkeiten beim Wild und auch bei Straftätern die im Revier ihr Unwesen treiben. Ein Jagdaufseher sollte damit ausgerüstet sein.

Posten 3: Jagen im Siedlungsgebiet, Referent: Korporal Florian Wahl, KAPO Aargau

Interessante Ausführungen zum Thema Jagen im Siedlungsgebiet gab es von Florian Wahl, er ist auch aktiver Jäger. Es ist leider so, dass in vielen Siedlungsgebieten der Wildbestand von Fuchs, Steinmarder und Dachs oft höher ist, als in ihren natürlichen Lebensräumen, in Wald und Feld. In Wohngebieten jagdliche Eingriffe zu machen, ist nicht ganz einfach. Die Gefahr von Wildkrankheiten für uns Bewohner und unsere Haustiere wie Tollwut, Fuchsbandwurm und Fuchsräude ist von Zeit zu Zeit ein wichtiger Grund. Darum muss die Jagdaufsicht mit geeigneten Abwehrmassnahmen eingreifen, was nicht ganz einfach ist. Es ist auch möglich, dass die Jagdaufsicht erfahrene Jäger beizieht.

Posten 4: Fallwild, Anregungen der Polizei, Referent: Adj. Daniel Kretz, Dienstchef Einsatzzentralen KAPO Aagau

Sehr interessante Vorschläge machte Adj.Daniel Kretz zum Thema Fallwild. Unter anderem, es kommt leider oft vor, dass Autolenker unter Alkohol oder Drogen stehen wenn so ein Unfall passiert. Wenn ein Jagdaufseher auffälliges Verhalten beim Autolenker feststellt, besonders eine Alkohol Fahne, sollte er sich nicht scheuen, dies der Polizei zu melden. Es sei kein „Verraten“ des Autolenkers, sondern, er hat bereits eine Straftat begangen, indem er sich alkoholisiert ans Steuer setzte, meinte Kretz. Vielleicht wäre dieser Wildunfall dann nicht passiert. Kretz hatte noch weitere nützliche und interessante Vorschläge zu machen, denen man aufmerksam zu hörte..

Posten 5: „Pausenposten“

Hier konnte jeweils eine Gruppe Pause machen und sich bei einem Getränk erholen. Es wurde auch eifrig mit Kollegen über das erfahrene diskutiert. Weiterbildung wird bei uns Jägern und Jagdaufsehern grossgeschrieben. Der „Spruch, man lernt nie aus“ ist hier genau zutreffend.

Zum Schluss überreichte Max Schmid den Referenten und Gastgebern ein Geschenk und bedankte sich herzlich bei allen Teilnehmern. Anschliessend hatte man Gelegenheit eine Bratwurst oder Hamburger mit feinem Kartoffelsalat zu verspeisen, wo von reichlich Gebrauch gemacht wurde, dabei wurde noch eifrig diskutiert.

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