Leserbeitrag
Im Lütisbuech mit den Jägern auf der Pirsch

Praktische Weiterbildung der Lenzburger Kindergartenlehrpersonen.

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Waldtage und Waldwochen gehören in den Lenzburger Kindergärten zum nachhaltig gepflegten Pensum, jüngst haben die Kindergärten Marktmatten und Widmi ihr Schulzimmer ins luftige Lütisbuech verlegt und dort bei Wind und Wetter tolle Tage erlebt. Um für sich selber und ihre Schützlinge das Wissen um weitere zwei- und vierbeinige sowie gefiederte Mitnutzer der Waldes zu mehren, wurde die Team-Weiterbildung der Lenzburger Kindergartenlehrpersonen im Jagdrevier Lütisbuech organisiert, wo drei Jäger mit den Frauen auf die Pirsch gingen.

Ihr Revier umfasst 142 ha Wald, das Schloss und den Gofi, die Grünröcke pachten es für acht Jahre zur Hege und Pflege. Ins Pflichtpensum gehört der Abschuss von 21 Rehen, das entspricht dem jährlichen Zuwachs. So wird der Wildbestand, der keine natürlichen Feinde zu fürchten hat, gesund erhalten, begründet Obmann Hanspeter Willener die Jagd, welche im Sommer dem Bock gilt, im Herbst als Bewegungsjagd dem ganzen Wildbestand und im Winter dem Fuchs.

Auf dem Rundgang durch das Lütisbuech - die wohl ursprünglichste und schönste Waldpartie von Lenzburg - machten er und Kurt Stierli am Wegrand auf zahlreiche Spuren von Waldtieren aufmerksam. Hohe Holzhaufen bieten Insekten, Lurchen und Kleintieren Unterschlupf. Wildwechsel ziehen sich wie ein Wegnetz durch den Wald, gelbe Markierungen an Bäumen zeigen günstige Standorte der Jäger bei der Treibjagd. Auf der Höhe haben Fuchs und Dachs gemeinsam eine eigentliche „Überbauung" mit gegenseitigen „Mietverhältnissen" gegraben, wie Fussspuren und zahlreiche Löcher zeigen. Eine Eule hat ihr hölzernes Einfamilienhäuschen bezogen. Vom Förster wenig geschätzt sind die Fegestellen, die Bäumchen gehen ein. Auch gegen den Verbiss werden mit Hilfe der Jäger Schutzmassnahmen ergriffen. Dazu gehören die Freihalteflächen, wo die Rehe eine Kräuterweide, die Jäger auf dem Hochsitz freie Schussbahn finden. Andererseits haben die Lütisbuech-Pächter bei den „12 Aposteln" eine Ruhezone für Rehe ausgeschieden. Bei der vor kurzem sanierten Jägerhütte erläuterte Jagdleiter Helmut Wurzer die Waffen, und beim Umtrunk wurden noch viele weitere Fragen der am Thema höchst interessierten Kindergartenlehrpersonen diskutiert. Waldtage werden künftig für die Kinder noch interessanter. (HH.)

Legende: Der Fuchs im Kreis der interessierten Zuhörerinnen schnürte einst durchs Lütisbuech. HH.

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