Leserbeitrag
Im Förderkorb in 90 Sekunden auf 1000 Meter Tiefe

Velotour 2011

Peter Born
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Unser Lotse, ein einheimischer Motorradfahrer aus Ludweiler, führte die sechzehn Teilnehmer des Veloclub Rheinfelden, begleitet von einigen Velofreaks der einheimischen Warndtbiker, während der diesjährigen Radtour durch die saarländisch-lothringische Grenzregion Warndt, welche etwa zu 2/3 in Lothringen und zu 1/3 im Saarland liegt. Diese Landschaft besteht geologisch aus Buntsandstein, der von Eisenerzbändern durchzogen wird und auf Steinkohle lagert.

Am Donnerstagabend wurden wir von unserem Auswanderer und Mitglied Werner Heschel in der heimischen Pizzeria empfangen, wo er uns sein 3-Tagesprogramm vorstellte.

Tags darauf startete die Tour dann bei leicht kühler Witterung und führte durch die verkehrsarme, leicht hügelige Landschaft, eingebettet in Wiesen- und Waldland nach Hemmersdorf im Niedtal zum Znünihalt. Hier zeigte und berichtete uns unser Lotse, wo er einst seinen Förderschacht bediente. So hat er damals in 90 Sekunden jeweils 175 Kumpels in rasanter Liftfahrt in die Tiefe zur Grube transportiert und förderte pro Tag mit seinen Mitarbeitern 24'000 Tonnen Kohle aus 1'000 Meter Tiefe an die Erdoberfläche. Heute ist alles geflutet und mit Beton versiegelt. Tausende Kumpels wurden damals Frühpensioniert. Weiter führte unsere Tour via Schwemlingen nach Mettlach, wo im Brauhaus das Mittagessen organisiert war. Nach der Mittagsrast radelte die Gruppe 60 km weiter via Saarlouis zurück nach Ludweiler. Zur Feier der ersten 120 zurückgelegten Kilometer ging es zum Abendessen ins „Kartoffelhaus" im malerischen Städtchen Saarlouis.

Am Samstag, wiederum unter kundiger Führung unseres Lotsen, begann unmittelbar nach Ludweiler der grenzüberschreitende Abschnitt der Tour nach Frankreich. Via Cocheren zum Znünihalt in der Altstadt Sarreguemines und dem Apéro in Blieskastel wurden wir nach ca. 70 km im Annahof in Niederwürzbach zum Mittagessen erwartet. Nach dieser kulinarisch-typisch französischen Einlage führte unsere Route entlang der Saarschleife, einer der reizvollsten Gegenden dieses Raumes, nach Saarbrücken und Ludweiler zurück. Am Abend durften wir die Gastfreundschaft mit Speis und Trank im Garten unseres Auswanderers geniessen.

Mit einem speziellen Programm wurden wir am Sonntag überrascht: unweit vom Erlebnisbergwerk Velsen am alten Bahnhof Großrosseln (Grubenstandort und bergbauliches Umfeld im Rosseltal), erfreuten wir uns beim Fitness-Draisinenspaß auf dem stillgelegten Schienentrasse der Warndtkohlenbahn. Im Verwaltungsgebäude der alten Grube Velsen wurde uns zum Abschluss eine hausgemachte Bergmannsbrotzeit mit einheimischer Lyonerwurst und Getränken serviert.

Danach hiess es Abschied nehmen; so führte uns der Weg wieder in die drei Stunden entfernte Schweiz zurück. Auch die Genusstour 2011 des Veloclub Rheinfelden wird uns, gut organisiert, mit kleinen Defekten aber ohne Blessuren, immer in guter Erinnerung bleiben.

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