Leserbeitrag
Holzbau Schweiz Sektion Aargau: Lehrlingswettbewerb als Standortbestimmung

Chris Regez
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Der 19-jährige Lernende wohnt in Oberflachs und steht im vierten Lehrjahr bei der Herbert Härdi AG in Thalheim. Er blickt auf das kürzlich fertiggestellte Objekt, eine anspruchsvolle Dachkonstruktion aus Fichtenholz, und erinnert sich an die letzten Wochen: «Ich habe mich entschieden, das vom Verband vorgegebene Modell zu bauen. Vor Weihnachten habe ich mit der Arbeit begonnen und wendete dafür etwa 42 Arbeitsstunden während der Weihnachtsferien und in meiner Freizeit auf. Ich hätte auch ein «freies Modell» nach meinen Vorstellungen zeichnen und konstruieren können, aber bei der Dachkonstruktion bin ich sicher, dass ich alle wichtigen Punkte abdecke, die beim QV-Verfahren geprüft werden.»

Joschua Dietiker hat sich für die Ausbildung zum Zimmermann EFZ entschieden, da er vom Werkstoff Holz begeistert ist. Mit Holz zu arbeiten, bedeutet für ihn Tradition und Stolz. Für den Bau des Wettbewerbsobjekts hat er deshalb viel Energie aufgewendet, denn er will eine hochwertige Arbeit abgeben, hinter der er stehen kann. Deshalb hat er einige Teile mehrmals hergestellt, bis sie seine Qualitätsansprüche erfüllten.

Von den Lernenden wird bei diesem Wettbewerb viel verlangt. Es ist ein anspruchsvolles Objekt, das gemäss den vorgegebenen Plänen des Verbands exakt konstruiert werden muss. Dabei sind die Teilnehmer nebst ihren handwerklichen Fähigkeiten auch auf ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen angewiesen, damit sie das Modell von den Plänen in die dritte Dimension übertragen können. Gemäss Joschua Dietiker lag eine weitere Herausforderung darin, die Kehlen, den Grat und den Gratwechsel nahtlos und somit perfekt im richtigen Winkel zu bauen.

((Kasten)) Bewertung

Der Lehrlingswettbewerb von Holzbau Schweiz Sektion Aargau wurde wie in den Vorjahren für die Lernenden im zweiten, dritten und vierten Lehrjahr durchgeführt. Je nach Lehrjahr waren unterschiedliche Arbeiten einzureichen. Für den Abschlussjahrgang ist der Lehrlingswettbewerb ein wichtiger Gradmesser, um sich optimal auf das QV-Verfahren vorzubereiten. Am 20. Januar 2021 mussten die Arbeiten in die Bauschule Aarau nach Unterentfelden gebracht werden, damit sie von der Jury beurteilt werden konnten.

Am 22. Januar findet eine Ausstellung statt – jedoch aus Corona-Gründen ohne anschliessende Rangverkündigung. Den Kandidaten wird die Benotung in diesem Jahr schriftlich mitgeteilt und die Ehrung der Bestklassierten wird zu einem späteren Zeitpunkt im kleinen Rahmen stattfinden.