Leserbeitrag
Gut besuchte Seniorenreise 2016

Pia Baumann Sekretariat
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Seniorenausflug Auenstein 2016

Noch bevor am 2. Juni die Kirchenuhr halb Zehn anzeigte, besammelten sich bereits zahlreiche Auensteiner Seniorinnen und Senioren bei der Bushaltestelle „Kirche“ um sich einen guten Platz in einem der beiden Reisecars zu erobern. Bei einer Rekordbeteiligung von 93 Personen waren praktisch alle Sitze besetzt. Via Zürcher Weinland – vorbei an schönen Riegelhäusern - ging es in Richtung Ostschweiz. In Stein am Rhein wartete bereits das Schiff, das bei bewölktem aber trockenen Himmel über den Rhein zum Untersee auf die Gemüseinsel Reichenau zusteuerte.

Reichenau ist die grösste Insel im Bodensee und wurde bereits zur Römerzeit besiedelt. Die Kirchen, z.T. noch vor 900 erbaut und mit reichen Bildmalereien ausgeschmückt, sowie die bekannten Buchmalereien der Klöster führten dazu, dass die Insel Reichenau seit 2000 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes verzeichnet ist. Die Insel gilt als „Gesamtkunstwerk“ da nebst den Kirchen und Klöstern auch der von den Mönchen gepflegte Weinbau, Landwirtschaft und Fischerei das Landschaftbild geprägt haben. Über den 1838 von Napoleon III. initiierten Damm ist die Insel nun mit dem Festland durch eine Strasse verbunden.

Durch die temperaturausgleichende Wirkung des Bodensees, die positiven Auswirkungen des Alpenföhns und die daraus resultierende hohe Zahl an Sonnentagen ist das Klima auf Reichenau besonders mild. Davon profitiert der Gemüseanbau mit bis zu drei Freilandernten pro Jahr. Der Tourismus bildet die zweite Haupteinnahmequelle der Insel.

Ein paar Schritte von der Schiffsanlegestelle entfernt liegt das Strandhotel „Löchnerhaus“. Der Anblick der vielen Gemüsefelder liess bei manchen Teilnehmenden bereits das Wasser im Mund zusammenlaufen. Sie freuten sich auf den grossem Reichenauer Salatteller mit gebackenem Gemüse und Baguette. Die meisten hielten sich jedoch an die Gepflogenheit der Mönche und bestellten, obwohl keine Fastenzeit angesagt war, Felchenfilet – natürlich mit einem Glas Wein!

Pfarrer Árpád Ferencz von der ref. Kirchgemeinde und Reto Krättli von der Einwohnergemeinde begrüssten die Reisegesellschaft beim Mittagessen. Gemessen am Lärmpegel im Saal muss es zahlreiche interessante Gespräche gegeben haben, bestimmt aber nicht über die Qualität des Essens, die war ausgezeichnet.

Weiter ging die Fahrt vorbei an Gemüsefeldern, Rebbergen und dem höchsten Punkt der Moräneninsel – 43 m ü.M. Da bei niemandem eine wirklich erstzunehmende Absicht, als Mönch oder Nonne in ein Kloster einzutreten, erkenntlich war, drängte sich ein Zwischenhalt bei einem Kloster nicht auf.

Wenig bekannt ist, dass um das Jahr 820 erste Baupläne für das Kloster St. Gallen auf der Insel Reichenau aufgezeichnet worden sind. Ein originalgetreuer Nachbau wurde im Juni 2013 bei der süddeutschen Kleinstadt Messkirch begonnen (http://www.campus-galli.de). Bei der Errichtung des Klosterkomplexes kommen im Sinne der experimentellen Archäologie so weit wie möglich frühmittelalterliche Baumaterialien und -methoden zum Einsatz, wodurch man sich wissenschaftliche Erkenntnisse über die karolingische Architektur und Bautechnik verspricht. Man rechnet mit einer Bauzeit von ca. 40 Jahren.

Nach der 1300 m langen Pappelallee führte der Weg von der Insel wieder auf’s Festland und in Richtung Rafzer-Feld. Vom Kaffeehalt im Restaurant „Botanica“ in Rafz bleiben vor allem bei den Herren die „blumigen“ Pissoirs in Erinnerung. All jene mit einem „grünen Daumen“ machten noch einen Spaziergang durch den bekannten Hauenstein Schaugarten und erfreuten sich an der prächtigen Pflanzenwelt. Das Gartencenter verlockte aber auch zum „Lädele“ und wer nicht wiederstehen konnte, kam mit mehr nach Hause als er oder sie am Morgen aufgebrochen war.

Reich an Eindrücken, Begegnungen und Gesprächen verliessen die Seniorinnen und Senioren die Cars und dankten den Chauffeuren und den Organisatoren, Cordelia Ehrhardt und Hans-Peter Ott, für den gelungenen Ausflug. Auf den Heimweg wird sich die eine oder andere Person schon gefragt haben: „Wohin geht es nächstes Jahr? – Da will ich auch wieder dabei sein!“

Text: Hans-Peter Ott

Bilder: HansRes Frei

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