Leserbeitrag
Gemeinsam gegen Foodwaste – Gut besuchter Infoabend der Grünen Bezirk Rheinfelden

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En Guete! Am Foodwaste-Anlass der Grünen gab es nicht nur wissenswerte Informationen sondern auch feine „Resten-Gerichte“.

En Guete! Am Foodwaste-Anlass der Grünen gab es nicht nur wissenswerte Informationen sondern auch feine „Resten-Gerichte“.

Haben Sie gewusst, dass rund ein Drittel aller in der Schweiz produzierten Lebensmittel zwischen Feld und Teller verloren geht oder verschwendet wird? Das entspricht pro Jahr rund zwei Millionen Tonnen Nahrungsmittel oder der Ladung von rund 140‘000 Lastwagen, die aneinandergereiht eine Kolonne von Zürich bis Madrid ergeben würden. Über diese traurige Tatsache haben die Grünen des Bezirks Rheinfelden an einem gut besuchten Anlass informiert.

Zu Beginn der Veranstaltung informierte der Foodwaste-Experte Claudio Beretta (ETH Zürich) mit anschaulichen Bildern, wo wieviel Lebensmittel in der Schweiz verloren gehen und dass dies nicht nur moralisch verwerflich ist, weil wir mit unserem verschwenderischen Lebensstil zum Hunger im Süden beitragen. Nein, auch weitere Umweltprobleme werden durch Foodwaste verstärkt. So verursacht die Produktion von Lebensmitteln, die nie den Teller erreichen, zum Beispiel die gleiche Menge an CO2-Emissionen wie 36% aller Autos in der Schweiz. Da die Landwirtschaft zudem für rund 70% des Wasserverbrauchs verantwortlich ist, wird auch unnötig viel kostbares Nass verschwendet.

Claudio Beretta wollte aber nicht bloss den Moralfinger erheben. Im zweiten Teil seines Vortrages zeigte er, wie wir mit kleinen Verhaltensänderungen Grosses bewirken können. Schliesslich beträgt der Anteil der Privathaushalte an der Lebensmittelverschwendung rund 45%. Wenn wir nur einkaufen, was wir brauchen, die krummen Rüebli nicht im Laden liegen lassen, uns bei abgelaufenen Lebensmitteln nicht nur auf das Datum sondern auch auf unsere Sinne verlassen und Essensreste kreativ zu feinen Mahlzeiten verwerten, sind wir bereits Teil der Lösung. Ausserdem könnte so jeder Haushalt jährlich rund 1'000.- Franken einsparen.

Im Anschluss zeigte Grossrätin Monika Küng, wie aus verschiedenen Resten schnell und einfach leckere Gerichte entstehen. Aus Brotresten und diversen Gewürzen entstanden feine vegetarische Frikadellen. Erbsen- und Rüeblipüree wurden auf dünn geschnittene und im Ofen getrocknete Brotscheiben gestrichen. Auch der Klassiker schlechthin, die Fotzelschnitte, fehlte nicht und zum Dessert gab es getrocknete Birnenschnitze, die in geschmolzenen Schokoladenresten der letzten Weihnacht getunkt wurden. Die zahlreichen Anwesenden waren begeistert!

Mehr Infos zum Thema Lebensmittelverschwendung in der Schweiz gibt es unter foodwaste.ch.

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