Leserbeitrag
Gelungener Neuzuzügeranlass

Fabienne Schmid
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Bilder zum Leserbeitrag

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Rund 40 Personen, die während der letzten zwei Jahre neu nach Full-Reuenthal gezogen sind, folgten der Einladung des Gemeinderates zu einem Dorfrundgang mit anschliessender Brötlete.

Die rege Bautätigkeit der letzten Jahre bewegte den Gemeinderat von Full-Reuenthal dazu, die neuen Einwohner und Einwohnerinnen zu einem Event einzuladen. Bei windigem, aber sonnigem Wetter fand sich eine bunte Schar auf dem Schulhausplatz unter den grossen Lindenbäumen ein. Alle erhielten zunächst ein Namensschild, womit das gegenseitige Kennenlernen um einiges erleichtert wurde. Gemeindepräsident Urs Kaufmann begrüsste die Anwesenden, wobei er erfreut auf etliche bekannte Gesichter hinwies – ehemalige Full-Reuenthaler, die nun mit ihren jungen Familien wieder ins Dorf zurück gekehrt sind.

Geschichten und Geschichtliches

Gemeinderätin Eva Kuhn führte die Neuzuzügerschar zu verschiedenen Stationen im Dorf, die mit mit historischen Erläuterungen oder Anekdoten hinterlegt wurden. So wusste sie vom Schulhaus mit Baujahr 1905 zu berichten, dass früher bis zu 100 Kinder in den zwei Schulräumen unterrichtet wurden. Das Schulhaus befand sich damals weit weg von den Siedlungen Unterdorf, Jüppen und Reuenthal. Jeder Ortsteil beanspruchte das neue Schulhaus für sich, bis man sich auf den Kompromiss einigte, es am jetzigen Standort aufzubauen – so hatten alle Kinder in etwa gleich weit zu laufen.

Weiter ging es zur Kapelle im Unterdorf. Vor 217 Jahren wurde diese erbaut und dem heiligen Johannes Nepomuk gewidmet, Patron der Flösser, Müller, Schiffer und Brücken. Dieser war im 18. Jhdt. eine Art Star unter den Heiligen und erfreute sich grosser Beliebtheit. Gern warf man ein Blick ins Innere der hübschen Kapelle, für die demnächst eine grössere Renovation geplant ist.

Rucksackbauern und andere

Beim „Citybauern“ angelangt, vermittelte Gemeinderat Franz Graf einige Daten über die Landwirtschaft in Full. Während es 1950 16 Milchwirtschaftsbetriebe gab, gibt es heute nur noch zwei – bei gleicher Produktion von 200‘000 l pro Jahr! Die Mehrheit der Bevölkerung bestand jedoch aus sogenannten Rucksackbauern mit einer kleinen Landwirtschaft. Frau und Kinder besorgten Vieh und Feld, während der Mann auswärts in der „Chemischen“ oder im Gipswerk arbeitete, vielfach auch im benachbarten Deutschland. Die Häuser entlang der Hauptstrasse zeugen von den früheren Verhältnissen.

Apéro beim Volg

Beim Volgladen wurde ein Halt eingeschaltet für einen Apéro, offeriert von der Volg-Genossenschaft. Bei dem immer heisser werdenden Wetter waren alle dankbar für einen kühlen Trunk. Präsident Christian Messerli freute sich über die zahlreichen Anwesenden, denen er kurz die vielfältigen Angebote des Volgladens erläuterte. Sowohl in Full wie in Reuenthal bemühen sich die Mitarbeiterinnen nach Kräften, die Wünsche der Kunden zu erfüllen und sie mit frischen Waren zu bedienen. – Weit sichtbar in der Dorfmitte steht der Erdmannlibrunnen, zu dem Urs Kaufmann die Sage von der hilfsbereiten Erdmännlein aus der Fuller Halde und dem frechen Bauersburschen erzählte.

Ein langes Dorf

Vom Unterdorf bis zur Fähre in der Jüppen ist es wirklich eine rechte Strecke. Dort wusste Gemeinderat Theo Meyer über die Geschichte der Fähre und ihre Bedeutung in früheren Zeiten zu berichten. Der lange Weg durchs Dorf ermöglichte aber auch, mit verschiedenen Personen in Kontakt zu kommen und das Kennenlernen zu erleichtern.

Eigentlich sollte das Badifescht der Endpunkt des Rundgangs sein. Da dieses wegen der schlechten Wetterprognose abgesagt worden war, marschierte die ganze Schar zum Schützenhaus, wo Pia Faltner und Rolf Keller die Gäste bereits erwarteten. Alle freuten sich auf die gut grillierte Wurst samt Getränk, um anschliessend Kaffee und Kuchen zu geniessen. Ein kleiner Wettbewerb rundete den Anlass ab.

Warum zieht man nach Full?

„Wir haben hier das Paradies gefunden, nach dem wir gesucht haben“, erzählt ein junger Familienvater begeistert. Kein Durchgangsverkehr, dafür Wiesen, Äcker und Obstgärten, und dennoch das Wichtigste im Dorf vorhanden, was eine Familie braucht: Dorfladen, Spielgruppe, Kindergarten und Schule, ein schöner Spielplatz und natürlich die Badi, wohl etwas Einzigartiges für ein so kleines Dorf. Ein anderes Ehepaar möchte hier seinen Traum vom eigenen Garten mit Chüngeln und Hühnern verwirklichen. Sehr geschätzt wird die Möglichkeit, mit der Fähre direkt ins hübsche Städtchen Waldshut zu gelangen. Der beste Beweis für die hohe Lebensqualität in Full-Reuenthal sind wohl die zahlreichen Ehemaligen, die sich wieder neu in der Gemeinde niedergelassen haben. – Bis in den Nachmittag hinein wurden bisherige Erfahrungen ausgetauscht, die anwesenden Gemeinderäte nach Details gefragt und neue Bekanntschaften geschlossen. Fazit: Ein rundum gelungener Anlass, sowohl seitens des Gemeinderates wie auch der Neuzuzüger.

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