Leserbeitrag
Frauenturnverein im Lavaux

Yvonne Fischer
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Bilder zum Leserbeitrag

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Neunzehn Turnerinnen reisten per Bus und Bahn nach Vevey. Ziel war das Lavaux Rebgebiet am Genfersee. Bei viel Gesprächsstoff verflog die Zeit auf der langen Bahnfahrt im Nu. Am Seegestade von Vevey war das erste Picknick fällig. Im Touristenbähnchen Lavaux Panoramic liess sich dann die Frauengruppe einige Höhenmeter bergwärts transportieren, um bald einmal die Rucksäcke zu schultern und den Aufstieg nach Chexbres zu beginnen. Die terrassenförmigen Weinberge des Lavaux gehören zum Unesco Weltkulturerbe. Die Sonne brannte gnadenlos und liess den Schweiss in Strömen fliessen, aber die Aussicht über die einmalige Landschaft mit Genfersee und Savoyerberge war grandios. Man spricht im Lavaux von drei Sonnen, die das Rebgebiet verwöhnen, nämlich die Sonne selber, die Rückstrahlung vom See und die gespeicherte Wärme in den Steinmauern. Von der Qualität der Weine konnten sich die Turnerinnen dann nach der Ankunft in Chexbres überzeugen bei der Weindegustation im Keller von Winzer Roger Barbey. Seine Erklärungen hielt er auf Französisch, was zwar nicht für alle gut verständlich war. Doch der Genuss des perlenden Rebensaftes, von herb bis süsslich, wirkte enthemmend und es liess sich bald einmal lockerer parlieren. Nachtessen und Unterkunft hatten die Turnerinnen im Hotel Préalpina, hoch über dem Genfersee. Im Dorf Chexbres wurde gerade das Winzerfest gefeiert mit fröhlichem Volk und guter Stimmung. Die Seetalfrauen liessen sich ebenfalls von der Festfreude anstecken. Jedoch sorgte das aufkommende Gewitter mit Regen, Blitz und heftigem Donnerrollen schnell für ein abruptes nasses Ende. Man begnügte sich vor dem Zubettgehen noch mit einem kühlen Schlummertrunk im Hotel. Am Morgen hielt der Gewitterregen immer noch an, was die Frauen keineswegs entmutigte. Nach der Stärkung am reichhaltigen Frühstücksbuffet waren alle fit, dass man mit Rucksack und in Regenkleidern verpackt den Marsch abwärts nach Cully in Angriff nehmen konnte. Zum Glück regnete es nicht andauernd. Ein amüsanter Zwischenfall ereignete sich unterwegs mit dem Wanderschuh, dessen Sohle sich bei jedem Schritt mehr löste, abzufallen drohte, dann doch hielt bis Cully. Der Weg in die Entsorgung blieb dem Schuh aber nicht erspart. Ein wenig zu früh kamen die Frauen in Cully an, die einen marschierten gleich weiter bis Lutry, die andern benützten die Zeit bis zur Abfahrt des Schiffes für einen Imbiss an der Seepromenade. Auf der Schifffahrt nach Lausanne genossen alle nochmals die Sicht auf das sonnige Rebgelände mit den vielen steilen Terrassen und den verschachtelten kleinen Winzerdörfchen am Hang. Einmal mehr verbrachten die Frauenturnerinnen zwei genussreiche Wandertage bei bester Kameradschaft. Der Organisatorin Annie ein herzliches Dankeschön!

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