Leserbeitrag
FDP Olten pflanzt eine Freiheitslinde

Marcel Siegrist
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Die FDP Olten hat anlässlich ihres 140-Jare-Jubiläums auf dem Klosterplatz in Olten einen Freiheitsbaum gepflanzt. Die Linde soll als Symbol die freiheitliche Bewegung in der Schweiz wieder ins Bewusstsein rücken und stärken. Baumgötti ist alt Ständerat Rolf Büttiker. Vor 140 Jahren wurde die Oltner FDP gegründet. Aus Anlass dieses Jubiläums haben die Oltner Freisinnigen – Wind und Wetter zum Trotz – am letzten Samstag, 12. Mai 2012, auf dem Klosterplatz in Olten eine Linde gepflanzt. Dieser symbolische Akt erinnert daran, dass der moderne Staat Schweiz auf dem Liberalismus und Freiheit basiert. „Wir haben für unsere Freiheit gekämpft und dafür viel Unbill in Kauf genommen. Auf der andern Seite ist es uns gelungen, ein einzigartiges direkt-demokratisches System aufzubauen, in welchem die Freiheit des Einzelnen und die Übernahme von Verantwortung im Zentrum stehen“, so Sarah Honegger, Präsidentin der FDP Olten. Mahnende Worte gab es von Baumgötti, alt Ständerat Rolf Büttiker: „Der Freisinn krankt. Aber er wird auch in Zukunft ein zentraler Pfeiler der Schweiz sein müssen. Dafür müssen wir kämpfen“. Dass das liberale Gedankengut durchaus weiterhin Erfolg haben könne, zeigen laut Büttiker die Piraten in Deutschland. „Die Piraten haben es geschafft, durchwegs liberales Gedankengut in ihrem Spezialgebiet zu verpacken und feiern damit grosse Wahlerfolge. Das ist auch für die FDP in der Schweiz möglich.“ Der 12. Mai 1872 – ein wichtiges Datum für den Freisinn Am 12. Mai 1872 wurde schweizweit über die 1. Vollrevision der 1848 in Kraft getretenen Bundesverfassung abgestimmt, die schliesslich äusserst knapp am Volksmehr und mit 13 zu 9 Standesstimmen an der Urne scheiterte. In der Folge besannen sich die Altliberalen, die so genannten «Grauen» mit Josef Munzinger (standen ein für eine repräsentative Demokratie) und die Radikal-liberalen, die so genannten «Roten» mit Wilhelm Vigier (standen ein für direkte Demokratie) auf den gemeinsamen Feind, die Konservativen. Sie zeigten bereits damals, dass die Stärke des Freisinns in seiner Breite zu suchen ist und dass engstirnige polarisierende Kräfte den Fortschritt behindern. Mit dieser freisinnigen Versöhnung der «Grauen» und «Roten» legten die liberalen Vorreiter den Grundstein für die heutige FDP. Der «Liberale Verein des Kantons Solothurn» (spätere FDP) wurde am 6. Oktober 1872 in Olten von 300 Delegierte aus dem ganzen Kanton gegründet. Das «Oltner Wochenblatt» schrieb am 15. Mai 1872: „Die Einigung der freisinnigen Partei unseres Kantons, wie sie der 12. Mai so glänzend dargetan hat, führte am Sonntag Abend eine zahlreiche Versammlung im Gasthof zur „Krone“ zusammen, wobei in beredten Worten der fortdauernden festen Einigung der soloth. Freisinnigen gedacht wurde. (...) Im Kanton Solothurn, das war aller Überzeugung, ist mit den bisherigen kantonalen Parteigegensätzen für immer gebrochen. Von nun an stehen sich Freisinnige und Ultramontane scharf gegenüber.“ Und der Kampf für Freiheit geht weiter Obwohl die FDP der Stadt Olten dieses Jahr ihr 140-jähriges Jubiläum feiern kann, ist sie als Volksbewegung und Kämpferin für bürgerliche Verantwortung und Rechte aktueller denn je. Mit ihrem am 24. März 2012 in Olten initiierten Tag der Freiheit löste die FDP der Stadt Olten ein nationales mediales Interesse an der liberalen Volksbewegung aus. Damit erneuerte sie einmal mehr ihren Anspruch, sich mit aller Kraft für einen breiten, vom Volk getragenen Freisinn und für Verantwortung und Freiheit einzusetzen. (sho)

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