Leserbeitrag
Event-Tage Männerriege Attiswil vom 18. - 21. Juli 201

Rudolf Rebholz-Läng
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Die Männerriege führt traditionsgemäss alle 2 Jahre ein verlängertes Event-Weekend durch. Dieses Jahr hatte, das mittlerweile professionelle OK, das Goms (Oberwallis) als Ziel ausgesucht. Die Erwartungen waren sehr hoch und alle 27 gemeldeten Teilnehmer waren gespannt, was das hochinteressante Programm wirklich bieten wird.

Bereits am Mittwoch startete die 4-köpfige „Töff“-Gruppe zu ihrer Pässefahrt mit Übernachtung in Ronco (Bedretto-Tal). Die übrigen 23 Teilnehmer verteilten sich am Donnerstagmorgen auf die 6 Privatfahrzeuge und pünktlich konnte die Fahrt über Luzern auf den Brünigpass gestartet werden. Der erfrischende Kaffeehalt auf dem Brünigpass tat allen gut. Als nächster gemeinsamer Treffpunkt war der Parkplatz der Gelmerbahn, wo auch die Töffgruppe zu uns stiess. Gemeinsam marschierten wir alle durch das Naturressort Handeck und über die Handeckfallbrücke direkt zur Talstation der Gelmerbahn. In 2 Gruppen ging die Fahrt mit der steilsten, offenen Standseilbahn Europas, hoch zum Gelmer-Stausee (1860 m ü. M.). Die Standseilbahn, mit einer Steigung von bis zu 106 %, gilt als eines der kühnsten Bauwerke der Bahnpioniere. Für uns Männerriegeler war diese Bahnfahrt ein ganz spezielles und eindrückliches Erlebnis. Nach kurzem Fussmarsch gelangten wir zur Gelmersee-Staumauer, von wo aus ein wunderbarer Rundblick in die Alpenwelt genossen werden konnte. Der Gelmersee mit einem Nutzinhalt von 13 Millionen Kubikmeter, ist der 4.-grösste Stausee der KWO-Grimselstrom, welche gesamthaft 13 Wasserkraftwerke betreibt.

Nachdem wir in der Kantine Handeck der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) ein feines Mittagessen geniessen durften, fuhren wir mit den Autos hoch zur Gerstenegg. Die Führung „Ein Tag unter Strom“ durften wir durch kundige Führer/innen erleben, was uns immer wieder zum Staunen brachte. Die 160 km Stollen waren auf grossen Plantafeln dargestellt und fast selbsterklärend. So etwa die Kraftwerkskavernen, Wasserschlösser, wasserführende Stollen, Druckschächte, Stollen für den Energietransport und die Zufahrtstunnel zu den Kraftwerken. Die gesamten Anlagen sind von aussen nicht einsehbar und liegen tief im Grimselgranit. Einige Kilometer konnten wir mit den Führer-Bussen befahren und so auch die Kristallkluft bestaunen und als Abschluss sogar das Kraftwerk Grimsel 2 betreten.

Die Weiterfahrt zum Grimselpass wurde an der Staumauer des Grimselsees kurz unterbrochen, wo uns Köbi viel Wissenswertes über seine Dienstzeit in den militärischen Stollen der Grimselregion zu erzählen wusste. Nach der Fahrt über Gletsch gelangten wir nach Ulrichen, wo wir im Hotel Walser von Andy Imfeld, dem Hotelier und seiner Gemahlin herzlich begrüsst wurden. Zuerst löschten wir den grossen Durst, um anschliessend die Zimmer zu beziehen. Nach dem feinen Nachtessen ging es, erschöpft von den Anstrengungen und vielen Eindrücken, zur wohlverdienten Ruhe.

Der Freitag startete nach einem ausgiebigen Frühstück mit einem rund 1 1⁄2-stündigen Fussmarsch nach Oberwald. Dort konnten wir den Zug auf der nostalgischen Furkastrecke nach Gletsch besteigen. Nach dem individuellen Mittagessen war eine kundige Führung durch Gletsch, mit Besichtigung des alten Hotels mit Originalräumlichkeiten, des ehemaligen Kraftwerkes und des „blauen“ Hauses (Museum) organisiert. Dabei erfuhren wir auch viele spannende Geschichten aus den „alten“ Zeiten in Gletsch. Der Blick auf den Rhonegletscher war einmalig. Durch die „Rottenschlucht“ gelangten wir nach einer fast 2-stündigen Wanderung entlang der Rhone nach Oberwald. Der teilweise steile Ab-, und auch Aufstieg, war mit Hilfsseilen gesichert. Doch die Gesichter erhellten sich sofort und alles war vergessen, als wir bei der Ankunft in Oberwald Andy mit seinem Fuhrwerk (Traktor) erblickten. Davor hatte er ein wunderbares Aperobuffet mit vielen Käse- und anderen Walliser Spezialitäten aufgebaut. Natürlich auch ein feiner, einheimischer „Weisser“ fehlte nicht! Als amtierender Chorleiter und Organist entführte uns Andy anschliessend nebenan in die Kirche um uns die „Beichte“ abzunehmen, wie er erklärte. Er fand aber, dass wir sicher nichts zu beichten hätten und erzählte uns faszinierende Geschichten über Ulrichen und dem Obergoms. Als krönenden Abschluss gab er auf der Kirchenorgel einige bekannte Stücke zum Besten, welche teilweise von unseren anwesenden Sängern Chrigu und Ruedi begleitet wurden. Die Rückfahrt mit dem Traktorfuhrwerk ins Hotel machte grossen Spass.

Der 3. Tag begann mit einer kurzen Bahnfahrt nach Oberwald. Dort erreichten wir nach kurzem Fussmarsch die „Bike Station“, wo jeder ein Rad in Empfang nehmen durfte. Auf dem benachbarten Waldweg konnte jeder sich kurz mit seinem Drahtesel (Schaltung, Bremsen etc.) anfreunden, um anschliessend die etwa 15 km lange Strecke hinunter zur Bahnstation Biel (VS) unter die Räder zu nehmen. Die Velos wurden deponiert und die Weiterfahrt ging per Bahn nach Fiesch. Unterwegs stiegen noch die beiden verlorenen Söhne Hans und Chrigu zu, sie waren in Biel vorbeigefahren! (Hatte Hans nicht bei der Abfahrt ermahnt, dass keiner das Ziel verfehlen soll – wie beim letzten Event?). In Fiesch fuhren wir mit der Seilbahn auf die Fiescheralp und gleich weiter auf’s Eggishorn. Dort konnten wir die einmalige Alpenrundsicht und Sicht auf den Aletschgletscher bestaunen. Auf gleichem Weg ging es dann zurück nach Biel und von dort mit den Rädern der Rhone entlang hoch nach Oberwald zur Fahrradrückgabe. Müde und abgekämpft fuhren wir mit der Bahn zurück nach Ulrichen. Der Hunger war gross und so genossen wir das traditionelle Walliser Raclette.

Am Sonntag, dem letzten Eventtag, fuhren wir mit den Autos das Wallis hinunter bis nach St. Léonard um den „Lac Souterrain“ zu besichtigen. Die Fahrt auf dem Schiff auf dem unterirdischen See war ein spezielles Erlebnis. Die kundige, aber auch mit viel Witz bestückte Führerin hat viel dazu beigetragen. Im sogenannten Höhlensaal war sie über die Gesangskünste der Männerriegeler sprachlos und sehr begeistert. So durften unsere Sänger Chrigu und Ruedi nochmals ein französisches Lied zum Besten geben. Am Abend trafen wir uns zum Ausklang im „Löien“, wo uns die Partnerinnen empfingen. Wir durften ein sehr interessantes und abwechslungsreiches Event im Goms erleben. Herzlichen Dank den Organisatoren.

Text und Fotos:

Rudolf Rebholz

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