Leserbeitrag
Ein Krönender Abschluss für den Männerchor

Marcel Siegrist
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Hoch lebe der Männerchor Dietikon, der leider im hohen Alter von 136 Jahren den Geist aufgegeben hat, wie der geneigte Leser schon länger weiss. Jetzt ist es endgültig. Mit einer zweitägigen Abschluss-Reise ins Allgäu wurden die MCD-Akten für immer geschlossen. Fast vollzählig, nämlich 20 Sänger im Alter zwischen 64 und 88 Jahren genossen die zwei schönen Tage. Leider war es drei Kollegen aus gesundheitlichen Gründen nicht vergönnt, mit uns zu reisen. Wir gedachten ihrer und wünschen ihnen auf diesem Weg nochmals alles Gute.

Pünktlich um 8.00 Uhr fuhr Daniel von der Firma Twerenbold bei bedecktem Himmel im Zelgliplatz ab. Erster Fixpunkt Wilchingen im Klettgau. Dort empfingen uns zwei „Wöschwiiber“ aus dem Jahr 1767. Ein Riesengaudi, sie erzählten und spielten wie es damals zu und herging. „Wöschwiiber“ sind auch “Klatschbasen“. Auf einem Rundgang durch’s Dorf, bis und mit zur dominanten reformierten St. Otmar Kirche, lästerten und schimpften die „Giftnudeln“ und wuschen gekonnt ihre dreckige Wäsche. Bei einem kurzen Apéro konnten wir Wilchingen abhaken. Weiter ging‘s nach Meersburg, das wir nach einer mühsamen Grenzkontrolle und regem Verkehr mit Verspätung erreichten. Wir kamen dennoch in den Genuss eines leckeren Mittagessens. Der Rückstand auf die Marschtabelle aber blieb, der Reiseverkehr wurde immer dichter. Die geplante Besichtigung der Klosterbrauerei in Irsee wie auch die angekündigte Bierprobe fiel ins Wasser, da die Nachkommen der Klosterbrüder nicht gewillt waren Überstunden zu schuften. Darum verlegten wir den Umtrunk ins Hotel Bayerischer Hof in Kempten, wo auch unser Nachtquartier war. Gelegenheit für freie Besichtigung / Stadtrundgang oder gemütlicher Jass. Das Nachtessen, vor allem das grosszügige Frühstücksbuffet liess keine Wünsche offen.

Der strahlend blaue Himmel, die herrliche Landschaft und das nächste Ziel, der Forggensee bei Füssen, hoben die Stimmung von hoch auf maximal. Die Schiffrundfahrt auf dem idyllisch gelegenen 15 km2 grossen Stausee, der 1950 gebaut wurde und das Dorf Forrgen geflutet hatte, war sensationell. Der einzigartige Blick auf die Ammergauer-, Lechtaler-, und Tannheimeralpen, das Schloss Neuschwanstein, ein Genuss. Nächstes Ziel: Immenstadt mit dem schönen Berggasthaus zum lustigen Hirsch. Die enge, kurvenreiche Strasse verlangte vom Piloten grösste Aufmerksamkeit. Nach einem opulenten Mittagsmahl ging‘s weiter über die Deutsche Alpenstrasse nach Friedrichshafen. Eine herrliche Fahrt. Letzter Höhepunkt, das Zeppelinmuseum, begeisterte männiglich. Zum letzten Mal formierten wir uns in der Eingangshalle zu einer Gesangseinlage. Hei, wie das tönte und hallte, so ein gestandener Chor. Die beste, schönste Show auf der ganzen Reise.

Mit der Fähre übersetzten wir nach Romanshorn, ab auf die Autobahn nach Hause. Schlussgesang auf dem Zelgliplatz, ein Ständli für den Fahrer und die paar anwesenden Sängerfrauen.

Ja, das war der letzte Akt des MCD. Ein wenig wehmütig gingen wir auseinander im Bewusstsein, dass wir uns am monatlichen Höck wiedersehen. Zum Schluss ein ganz herzliches Dankeschön an die Organisatoren Christian und Kurt, Vorstandsmitglieder a.D. Es war super.

Turi Portmann

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