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Dritte Etappe der Energiewendetour in Wohlen

Marcel Siegrist
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In der dritten Etappe ist die Energiewendetour am letzten Freitag/Samstag in Wohlen angekommen. Auftakt machte eine Solarkino-Vorstellung bei der Kantonschule Wohlen. Sandra Lehmann, Grossrätin und Einwohnerrätin Grünliberale begrüsste die Gäste mit einführenden Worten zur Bedeutung des Kantons Aargau und der Gemeinde Wohlen bei der Energiewende. Sie stellte fest, dass der Aargau heute der bedeutendste Energiekanton der Schweiz ist, denn 3 Atomkraftwerke und 23 Wasserkraftwerke produzieren rund einen Drittel des gesamten Schweizer Stroms. Will der Bund seine Energiepolitik neu ausrichten, so trifft dies insbesondere den Kanton Aargau, sind doch 3‘000 Arbeitsplätze direkt mit der Kernenergie verbunden.

Will er nicht vom Stromexporteur zum Stromimporteur werden, so muss seine Energiepolitik neu ausrichten. Wind und Sonne bieten ideale Alternativen dazu. Das vorhandene Potential von erneuerbaren Energien soll zugunsten des regionalen Gewerbes und der Wertschöpfung im Aargau genutzt werden. Die von verschiedenen Verbänden und Parteien (Grünliberale, SP und Grüne) eingereichte Energieinitiative «AARGAU effizient und erneuerbar» fordert, dass der Aargau eine neue Energiestrategie erstellt und eine aktive und zukunftsweisende Energiepolitik betreibt. Der Regierungsrat will diesen Sommer seine neue Energiestrategie vorstellen.

Danach hielt Andrea Duschén, Vize-Einwohnerratspräsident, ein Kurzreferat zum Thema Energiestadt Wohlen.

Wohlen besitzt seit 8 Jahren das Energiestadt-Label. Die Bewertung erfolgt mit einem Punktesystem aufgrund von 87 standardisierten Massnahmen aus den Bereichen Raumplanung, Öffentliche Gebäude, Energie- und Wasserversorgung, Mobilität, Interne Organisation, Kooperation/ Kommunikation. Wohlen hat 62% der Massnahmen Umgesetzt. Zurzeit erarbeitet die Kommission Umwelt und Energie ein Energiepolitisches Rahmenprogramm, in welchem die Massnahmen für die nächsten 4 Jahre festgelegt werden. Sind 75% der Massnahmen umgesetzt, erhält die Gemeinde das Gold-Label. Dies will Wohlen bis zum Jahr 2020 erreichen.

Andrea Duschén erwähnt auch, dass Wohlen durch die Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach der Ferrowohlen AG und das Engagement der IBW in Sachen Nutzung von Sonnenstrom in den nächsten Jahren eine sehr bedeutende Gemeinde in der Schweiz bezüglich Sonnenstrom-Produktion. Wohlen wird so durch Initiative von Privaten und Gemeinde zur „Solar-City“.

Dass die Erreichung von Energiepolitischen Zielen auch schwierig sein kann zeigte anschliessend der Film „The Island President“. Den Malediven droht durch den Anstieg des Meeresspiegels der Untergang, sofern keine Einigung bei der weltweiten Klimapolitik erzielt werden kann. Mohamed Nasheed, der erste demokratisch gewählte Präsident setze sich an der Weltklimakonferenz in Kopenhagen vehement für eine besseren Klimaschutz ein, allerdings mit sehr geringem Erfolg, wie der Film eindrücklich zeigt.

Am Samstag fand dann auf dem Vorplatz der NAB eine Standaktion statt, an welcher sich Passanten über Energiesparen im privaten Haushalt, wie auch den Einsatz von Erneuerbaren Energien, wie Sonne und Holz informieren konnten.

Nächste Etappen der Energiewendetour sind am 15. August, Windisch 22. August, Lenzburg und am 29. August, Baden. Weitere Infos unter www.energieinitiative-ag.ch.

Grünliberale Wohlen

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