Leserbeitrag
Die Weinbaugenossenschaft Würenlingen reiste in die Pfalz

Lino Burkard
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WGW Pfalz 2013-136-1-3.jpg Die Reiseteilnehmer im Schlosspark

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Würenlingen (lb) Die Reise war interessant und lehrreich. Die Weingenossen lernten ein ungewohntes weitläufiges Rebgebiet kennen. Auch kulinarisch kamen die Reisenden auf ihre Kosten.

Die Pfalz
Die Reise führte entlang der Vogesen, vorbei an Colmar und Strassburg ins pfälzische Rheinland. Entlang der Rheinebene erstrecken sich auf sanften Hügeln die Pfälzer Weinberge. Eine Fläche von über 230 km2 ist mit Reben bepflanzt. Zugelassen sind 45 weisse und 22 rote Sorten. Das fast mediterrane Klima begünstigt das Wachstum. Die vielfältigen Böden bestehen aus einer Mischung von Sand, Lehm, Mergel und Ton. Die unterschiedliche Zusammensetzung in den verschiedenen Lagen bieten die Grundlage für die Produktion unterschiedlicher Weine. 100 Mio. Rebstöcke liefern das Traubengut für 2.5 Millionen Liter Wein. Massenproduktion könnte man meinen. Doch die Würenlinger wurden gleich bei ihrer ersten Betriebsbesichtigung eines Besseren belehrt.

Weingut Messmer Burrweiler
Herbert Messmer empfieng die Weingenossen auf der Terrasse vor seinem Degustationsraum. Zum Znüni gab es zuerst kleine Häppchen mit deftiger Blut- und Leberwurst. Mit viel Liebe und grossem Sachwissen erzählte nun Messmer von der pfälzischen Tradition, von Rebstöcken und Rebsorten, von den vielfältigen Böden und von seinen Produkten. Granit, Schiefer, Buntsandstein, Muschelkalk heissen die Namen der prächtigen Weissweine welche die Besucher verkosteten. Sachlich beschrieb der Winzer seine Weine und wies dabei auf die eine oder andere Besonderheit hin. Die Besucher lernten die Sortenbezeichnungen der Gegend kennen und viele Begriffe, die es hier rund um den Weinbau und um die Produktion gibt. Messmer ist stolz auf seine edlen Weine, welche er mehrheitlich aus einfachen, herkömmlichen Rebsorten produziert. Die kurze Besichtigung im Rebberg ergab die Möglichkeit, brennende Fragen anzubringen.
Ein Besuch der Villa Ludwigshöhe rundete den Tag ab. Dieser Standort erlaubt den Blick in die weite, fast vollständig mit Reben bestockte Ebene bis hin zum Dom von Speyer.
Der umsichtige Reiseleiter Salvatore Mini quartierte die Würenlinger Winzer im herrschaftlichen Hotel Schloss Edesheim im gleichnamigen Dorf ein. Die Zimmer waren fürstlich, das Abendessen ausgezeichnet und die Stimmung der Gesellschaft hervorragend. So konnten die Würenlinger die Goldmedaille, welche sie für ihren Eichengärtler Barrique 2011 am diesjährigen Concours Modial des Pinots in Sierre in Empfang nahmen, auch standesgemäss feiern.
Weingut Wilhelmshof Siebeldingen
Wir wurden von Barbara Roth und ihrem Mann Thorsten Ochocki empfangen. Der Wilhelmshof ist ein Synonym für ganz hervorragenden deutschen Sekt. Babara Roth wurde als Oenologin bereits mehrfach ausgezeichnet. Thorsten ist als Kellermeister und Tüftler für die Herstellung der Produkte verantwortlich. Produziert werden rund 70‘000 Flaschen Sekt und etwa gleichviel Weiss- und Rotwein. Speziell interessierte natürlich die Herstellung von Sekt. Im stimmungsvollen Fasskeller degustierten die Gäste Sekte aus verschiedenen Rebsorten. Im sogenannten Rüttelkeller wurde die Produktion den Besuchern näher gebracht. Viele Arbeitsgänge sind notwendig bis man eine Flasche Sekt entkorken darf. Über 50 Mal wird die Flasche in die Hände genommen. Heikel ist der Umgang mit dem Traubengut, welches sehr schonend behandelt werden muss, anspruchsvoll ist auch die Anwendung der Hefe welches schlussendlich wieder aus der Flasche befördert werden muss, damit der Sekt geniessbar ist.

Im stimmigen Innenhof des Weingutes war für die Würenlinger Winzer gedeckt. Essen und Weine waren hervorragend. Mit etwas Wehmut machten sich die Reisenden auf die Heimfahrt. Die Reise führte durch die prächtigen mit Blumen geschmückten Weindörfer der Pfalz und durch die endlosen Weinberge. Der eine oder andere erholte sich mit einem „Nickerli“ von den Strapazen. Während dessen führte der ruhige und zuverlässige Fahrer Harry Suter seine Gäste sicher nach Hause.

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