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Die Leckerbissen haben gemundet

Kathrin Steiner
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2015 03 15_0004.jpg Hanna Landolt (Geige) und Julia Pfenninger (Cello) boten einen runden, gelungenen Vortrag.
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Martin Graf - Hafturlaub.jpg Spielt im Milieu des Justizvollzugs: «Hafturlaub» von Petra Ivanov, aus dem Martin Graf einige Passagen vorlas.
Rolf Steiner.jpg «Mein Name ist Eugen»: Das Jugendbuch von Klaus Schaedlin wurde in den 50er-Jahren vom Lehrerverein als «bedenklich» und schädlich eingestuft. Rolf Steiner las (trotzdem) mit Vergnügen daraus vor.
Jacqueline Fehr.jpg Mit «Gleis 4» hat Franz Hohler einen höchst raffinierten Roman voller überraschender Kehren und Wendungen geschrieben. Jacqueline Fehr hat dieses Buch zum Vorlesen ausgesucht.

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Manuel Peer

Zu Literarischen Leckerbissen mit musikalischer Beilage hatten Sozialdemokraten und Grüne des Bezirks Dietikon eingeladen. Und das Menu war ganz nach dem Geschmack des Publikums. Regierungsrat Martin Graf und Regierungsrats-Kandidatin Jacqueline Fehr sowie die amtierenden Mitglieder des Parlaments, Rosmarie Joss und Rolf Steiner, lasen aus ihren liebsten Büchern vor.

Rosmarie Joss erfreute die Anwesenden mit zwei Gedichten und einem weiteren Text von Kurt Tucholsky. In letzterem gab Tucholsky Tipps für eine Rede, die sicher missrät. Die Tipps führen auch heute noch unfehlbar zu Langeweile und Kopfschütteln beim Publikum.

«Mein Name ist Eugen» begann Rolf Steiner seine Vorlese-Viertelstunde. Das Jugendbuch von Kurt Schaedelin, das auf witzige und unterhaltsame Weise von den vier Teenagern Eugen, Wrigley, Eduard und Bäschteli erzählt, ist auch heute, 60 Jahre nach seiner Herausgabe, ein Lesegenuss.

Justizdirektor Martin Graf wählte zum Vorlesen einen Roman der Zürcher Autorin Petra Ivanov. Ihre Krimi-Geschichten spielen alle in Zürich, mit Tätern und Opfern, aber auch Polizisten, Staatsanwälten und Richtern. Ihre Recherchen haben sie auch schon in die Justizdirektion geführt... Die Schauplätze kennen wir alle, im Roman «Hafturlaub» zum Beispiel die S-Bahn-Station Weihermatt. Natürlich liess Martin Graf das Ende der Geschichte offen.

Als letzte Vortragende hatte Jacqueline Fehr ein Buch von Franz Hohler ausgewählt: Gleis 4. Dieses Gleis 4 ist im Bahnhof Oerlikon und so ist auch dieser Roman einer, der sich mitten unter uns zuträgt. Er beginnt mit einem mysteriösen Todesfall. Das erste Kapitel jedenfalls, das Jacqueline Fehr den Anwesenden vortrug, machte Appetit, das Buch selber zur Hand zu nehmen und zu lesen.

Hanna Landolt und Julia Pfenninger ergänzten die Lese-Leckerbissen mit ihrem Können an Geige und Cello. Auch ihr Vortrag war ein uneingeschränkter Genuss. Und der Dietiker Stadtkeller war wiederum ein äusserst stimmungsvoller Rahmen für diese rundum gelungene Veranstaltung.