Leserbeitrag
Der Sulzer Pfarrgarten wurde zum Schulgarten

Dieter Deiss-Weber
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Schulgarten_Sulz_16.JPG Bei so vielen Gärtnerinnen und Gärtnern gibt es stets viel zu diskutieren und zu besprechen.
Schulgarten_Sulz_13.JPG Die muntere Gärtnerschar stellt sich zusammen mit ihren Lehrerinnen dem Fotografen.

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Er fristete in den letzten Jahren ein eher trauriges Dasein, der Garten beim Pfarrhaus in Sulz. Seit dem Tode von Pfarrer Josef Schlienger im Jahre 1992 wurde er nur noch sehr sporadisch gepflegt. Die Nachfolger des Dorfpfarrers Schlienger hatten offensichtlich mit der Pflege der Seelen ihrer Gläubigen genug zu tun, so dass für die Pflege des Pfarrgartens keine Zeit mehr übrig blieb.

Der Wunsch der Lehrerin

Jenny Lau, seit vergangenem Herbst Lehrerin an der Sulzer Primarschule, entging nicht, dass hier direkt beim Schulhaus ein Garten völlig brach lag. „Wenn ich einmal Lehrerin bin, möchte ich einen Schulgarten haben“, dachte sie schon lange vor ihrer Anstellung in Sulz. Da kam ihr der verwilderte Pfarrgarten gerade recht. Die Sulzer Lehrerinnen klopften bei der Kirchenpflege an und diese willigte spontan ein, die Pflege des Gartens in die Hände der Schule zu legen. Auf Kosten der Kirchgemeinde wurde der verwilderte Garten abgeräumt und der Schule übergeben. Es sei eine richtige Win-win-Situation, meint Jenny Lau: „Die Kirchenpflege muss sich nicht mehr um den Gar-ten bemühen, und bei uns ging der Traum vom Schulgarten in Erfüllung“, und fährt weiter: „Wir sind total glücklich!“

Bereits wurden erste Kohlrabi- und Salatsetzlinge gepflanzt. Aber auch kleine Zucchet-tipflänzlein sind in einem Beet zu entdecken. Beim Fototermin regnet es. Dies mache nichts, auch dies gehöre zur Gartenarbeit, erklärt Jenny Lau, die zusammen mit Nadine Kalt und den beiden Assistenzlehrerinnen Susanne Wagner und Iris Käser die Sulzer Erst- bis Drittklässler unterrichten. Jedes Kind komme einmal wöchentlich in den Schulgarten. Je zwei bis drei Schülerinnen und Schüler betreuen jeweils gemeinsam ein Beet. Heute ist Unkraut jäten angesagt. Zudem pflanzt man Tomatensetzlinge ein. Mit grossem Eifer sind die Schülerinnen und Schüler bei der Sache.

Gemeinsames Erlebnis Garten

Der Gartenbau sei Bestandteil der Realienkunde. Ziel sei das gemeinsame Erlebnis beim Setzen, Säen, Pflegen, Ernten und letztlich dann auch beim Zubereiten und Ver-speisen der eigenen Produkte. Einzelne Kinder hätten von Gartenarbeit keine Ahnung, andere wiederum bringen vom elterlichen Garten bereits ein beachtliches Wissen mit. Übrigens: Ganz abgeräumt hat die Kirchenpflege den Garten freilich nicht, sind doch beispielsweise Rhabarber-Stöcke sowie zahlreiche Sträucher mit Beeren stehen geblieben. Man habe denn auch bereits ein feinen Crumble mit den selbst geernteten Rhabarbern angerichtet.

Zurück in der Schulstube wird Rückschau gehalten auf das, was man gemacht hat. Es werde auch ein Protokoll erstellt. Die praktische Gartenarbeit werde auch verbunden mit der Behandlung des Themas Ernährung. Für trockene Zeiten gibt es einen „Giess-dienst“, wo in der Regel die beauftragten Schülerinnen und Schüler vor Unterrichtsbe-ginn für das nötige Nass in ihrem Garten besorgt sind.

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