Leserbeitrag
Der Projektchor „SMW“ begeisterte die Zuhörer

Unter der Leitung von Dieter Wagner schlug der Projektchor der Reformierten Kirchgemeinde Frick mit den Zigeunerweisen von Brahms und Schumann eine romantische Richtung ein.

Marcel Siegrist
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Wie man es sich bei Dieter Wagner gewohnt ist, bot das Konzert vom Reformationssonntag, das am Nachmittag und am Abend in der reformierten Kirche Frick aufgeführt wurde, ein abgerundetes Programm mit Chorbeiträgen und Soloeinlagen. Der erste Teil war Robert Schumann gewidmet, dessen Geburtstag sich 2010 zum zweihundertsten Mal jährt. Mit der schwermütigen Ballade „Zigeunerleben", die Schumann nach einer Dichtung von Emanuel Geibel komponierte, machte der Chor die Einleitung zum Konzert, wunderschön unterstützt und ergänzt durch das differenzierte Spiel am Steinway Flügel von Bernd Schäfer. Mit Triangel und Schellentamburin gaben die beiden Musikschüler, Lukas Abraham und Leon Giger, dem Musikstück den zigeunerischen Touch. Eine Bravourleistung vollbrachte der Pianist Bernd Schäfer mit den beiden Klaviersoli, der Romanze in Fis-Dur und dem Werk mit dem Titel „Aufschwung". Die junge Mezzosopranistin, Madeleine Merz, erntete mit den beiden Sololiedern „Die Kartenlegerin" und den „Zigeunerliedchen I + II" viel Applaus.
Im zweiten Teil sang der Projektchor den Liederzyklus von Johannes Brahms, „Zigeunerlieder", der elf Lieder umfasst, die sich Schlag auf Schlag mit ungarischem Temperament folgen. Brahms hat sie interessanterweise in Thun komponiert und am 31. Oktober 1888 in Berlin mit grossem Erfolg uraufgeführt. Die romantischen Texte, die den Sängern und dem Dirigenten oft ein Schmunzeln entlockten, sind ungarische Volkslieder in deutscher Nachdichtung und waren das vokale Gegenstück zu Brahms berühmten ungarischen Tänzen. Für den Chor bedeuteten die schnellen Texte eine echte Herausforderung, die er bestens bestanden hat. Das Publikum belohnte das Konzert mit viel Applaus.

Annemarie Schläpfer

Bilder:(Aufnahmen von Maja Petrus)
1. Ein Teil des Chors mit der Solistin Madeleine Merz
2. Der Chor unter der Leitung von Dieter Wagner
3. Der Chor und der Pianist Bernd Schäfer