Leserbeitrag
Der Islam braucht eine Reform

Politstamm der EVP Bezirk Brugg zu "Minarettinitiative, Ja oder Nein" am 20. November 2009. Referenten waren Sämi Richner und Dieter Egli.

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Mit einem Muezzinweckruf aus einem orientalischen Wecker eröffnete Grossrat Sämi Richner, Auenstein, sein Referat "Pro Minarettinitiative." Er beleuchtete drei heikle Punkte im Islam.

1. Betreffend Religionsfreiheit zitierte er Prof. Dr. Bassam Tibi: „Im Gegensatz zu Europa gibt es im Islam eindeutig keine Religionsfreiheit. So gilt ein Muslim, der von der Religion des Islam abfällt, als Murtad, d.h. als Abtrünniger. Hierauf steht die Todesstrafe."
2. Der Koran erlaubt jede Art Täuschung, wenn es der Sache Allahs dient. Diese
besondere Verfügung nennt sich Taqiyya und kann sogar unter Eid geschehen.
3. Der Djihad, der heilige Krieg, ist im Koran verankert mit der Anweisung: „Erobert die Welt im Namen des Islam." Da keine spätere Offenbarung im Koran dieser letzten Anweisung zum Djihad widersprochen hat, ist sie heute nach wie vor das Ziel des Islams.
Grossrat Dieter Egli, Windisch, konterte mit der Meinung, dass ein Verbot, das nur eine Religion betreffe, diskriminierend und problematisch sei. Er räumte aber ein, dass es durchaus heikle Probleme mit dem Islam gebe. Die Frage ist, ob ein Minarettverbot in der Bundesverfassung diese Probleme löst und ein geschickter Weg dazu ist? Er plädierte, anders mit Minderheiten umzugehen und lehnte es ab, dass sich eine Partei mit solch delikaten Themen profiliere.
In der angeregten Diskussion schälte sich heraus, dass Befürworter und Gegner der Minarettinitiative einen reformierten, erneuerten Islam wünschten nach dem Vordenker Prof. Dr. Bassam Tibi, der sagte: „Die Muslime in Europa müssen bereit sein, zwei Bedingungen zu erfüllen: Verzicht auf Djihad und Scharia." Diese beiden Forderungen lassen sich nie mit demokratischen Strukturen vereinbaren.
Für eine so grundlegende Reform des Islams, da war man sich einig, brauche es ein weiteres politisches Wunder à la „DDR – Mauerfall" vor 20 Jahren, das im Voraus auch niemand für möglich gehalten hatte. Ebenso wichtig sind die Fragen, wie wir, egal wie das Resultat der Abstimmung ausfällt, befriedigende Lösungen in gegenseitigem Respekt finden können. (mn)

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