Leserbeitrag
«Das Internet ist eine riesige Bibliothek»

Marcel Siegrist
Drucken
Teilen
Bilder zum Leserbeitrag

Bilder zum Leserbeitrag

apimedia

Das Surfen im Internet bietet nicht nur Gefahren, sondern auch zahlreiche Chancen. Das erfuhren die Fünftklässler aus Othmarsingen beim Medienkurs von vergangener Woche.

Wo findest du Infos, wenn du einen Vortrag über Hunde machen musst? «Im Internet», antworten die Othmarsinger Fünftklässler von Luca Marti praktisch unisono. «Aber wo genau?», möchte Swisscom-Medienexperte Johnny Morgenthaler wissen. Die Suchmaschine Google kennen fast alle. Etwas weniger bekannt sind Blinde Kuh, Helles Köpfchen, Yahoo oder Bing. «Das Internet ist eine Daten-Autobahn und zugleich eine riesige Bibliothek», erklärt Morgenthaler. Was aber nicht heisst, dass man sich hier unbegrenzt bedienen darf. Die meisten Daten – Musikclips, Filme, Videos und Fotos – seien urheberrechtlich geschützt. Morgenthaler vergleicht das Internet mit einem Schaufenster: «Ich darf mir die ausgestellten Turnschuhe zwar ansehen, aber ich darf sie nicht rausnehmen und damit herumrennen.» Im übertragenen Sinn: Die Kids dürfen das neueste Lied von Baschi herunterladen und anhören, aber sie dürfen es nicht auf CD brennen und verkaufen.

Sicheres Passwort wählen
Daneben bietet das Internet die Chance, sich auf bequeme Weise auszutauschen – mit Freunden, entfernten Bekannten, wie auch mit völlig unbekannten Menschen. Beim Chatten sei allerdings Vorsicht geboten. «Hinter dem Pseudonym Larissa11 verbirgt sich nicht zwingend ein 11-jähriges Mädchen, sondern vielleicht ein 45-jähriger Mann, der nichts Gutes im Schilde führt», warnt Morgenthaler. «Am besten chattet ihr nur mit Menschen, die ihr aus der realen Welt kennt.» Auf keinen Fall soll man persönliche Daten wie die Wohnadresse oder die Handynummer preisgeben. Weiter rät er davon ab, unvorteilhafte Bilder von sich zu posten. «Denn was mal online ist, lässt sich kaum noch kontrollieren.» Wer sich regelmässig im Internet bewegt, sollte sich ausserdem ein sicheres Passwort zulegen. Ein solches ist beispielsweise «DSi3534Sic!» und bedeutet «Die Schule in 3534 Signau ist cool!»

«Gut überlegen, was man postet»
Die 11-jährige Serena De Leo nützt das Internet vor allem auf ihrem Handy. «Ich schaue Youtube-Videos, höre Musik und mache manchmal Karaoke, aber höchstens eine halbe Stunde pro Tag.» Den Medienkurs fand sie durchaus lehrreich. Zum Beispiel weiss sie jetzt für immer, dass man sich im What’s app wie auch im Facebook zweimal überlegen sollte, was man postet. Musik ist auch bei Marc Siegrist (11) ein Thema. Meist kaufte er sich eine 30er-iTunes-Karte, um Lieder herunterzuladen. In nächster Zeit werde er aber vermehrt auf Youtube nach seinen Lieblingsinterpreten suchen. Und sein allgemeiner Kommentar zum Kurs? «Ich habe gar nicht gewusst, wie vielseitig das Internet ist.»

Daniel Schwab

Aktuelle Nachrichten