Leserbeitrag
Bosmeler Männerturner-Reise als Trilogie

Richard Gähwiler
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Würde man die Männerturner-Reise in einem literarischen Dreiteiler beschreiben, könnte dies in den Einzelwerken „Region+Landschaft“, „Meteorologie“ und „Kulinarik“ geschehen.

Regional wurden drei Kantone mittels drei unterschiedlicher Bewegungsarten bereist. Mit dem Kleinbus fuhr man zu einem ersten Kaffeehalt über den Gubel bei Menzingen zur „Bäsebeiz Fürschwand“. Nach kurzer Weiterfahrt startete man zur eigentlichen Wanderung: Aufstieg zur Alpwirtschaft Hürital über die Ramenegg und weiter auf die Halsegg. Nach dieser Zwischenetappe, mit Verpflegung auf der Alpweide, war die Weiterfahrt zum „Raten“ angesagt. Hier erwartete uns bereits ein 3-Spänner für eine Rundfahrt - hoch über dem Aegerisee und vorbei am Hochmoor von Rothenthurm. So war eine erste Erholung möglich, bevor man zum Nachtquartier via Einsiedeln ins Ybriggebiet, ins „Berghaus Höchgütsch“ gefahren wurde. Anderntags blieb man in der Region: Von der Ibergeregg „per pedes“ auf den Spirstock, Abstieg zum Seebli und mit der Luftseilbahn hinunter ins Tal. Nicht die Müdigkeit war es die uns zur bequemen Talfahrt bewogen hat sondern Teil zwei der Trilogie – die „Meteorologie“.

Nach einem sonnigen ersten Tag waren all diejenigen gut beraten, welche neben Sonnen-creme und -brille auch Pullover und Regenjacke eingepackt hatten. Denn am zweiten Tag wanderte man ab der Ibergeregg bald einmal in immer dichter werdendem Nebel. Auf dem Spirstock war es dann bereits ein permanenter Nieselregen. Die geplante Kretenwanderung fiel daher im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Der Entscheid zum Abstieg erfolgte spontan und einstimmig, umso mehr, als das Bergrestaurant geschlossen war, womit wir beim Trilogie-Teil „Kulinarik“ wären.

Neben diesem geschlossenen Bergrestaurant hatten auch einige Alpwirtschaften ihre Fahnen eingezogen (d.h. keine Bewirtung). Trotzdem mussten wir uns kulinarisch keineswegs einschränken. Angefangen beim samstäglichen Brunch in der „Bäsebeiz Fürschwand“ über das mit (essbaren) Blumen bestückte Nachtessen im „Berghaus Höchgütsch“ bis zum abschliessenden Bauern-Zvieri in der Euthaler „Bäsä-Beizli“ – die Angebote liessen kaum Wünsche offen und unsere kulinarischen Vorstellungen und Erwartungen wurden meistens übertroffen.

Auf Grund des gekürzten Programms war man schliesslich eine Stunde früher als geplant wieder in Boswil - nass und mit vielen neuen Eindrücken und Erinnerungen.

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