Leserbeitrag
Bitte umsteigen!

Karl Windisch
Merken
Drucken
Teilen
Bilder zum Leserbeitrag

Bilder zum Leserbeitrag

Wandergruppe Erlinsbach AG

Motto unserer Reise: Umsteigen!

Bahnhof Aarau. Es ist ein wunderschöner Morgen. Eine stattliche Schar Senioren der Wandergruppe Erlinsbach AG wartet auf dem Perron beim Gleis 4. Erwartet die letzten Nachzügler, um gemeinsm die alljährliche Wanderfahrt anzutreten.

Diesmal führt uns die Reise in die Freiberge. Genauer gesagt an den Etang de la Gruère.

26 gutgelaunte Männer besteigen den Zug nach Olten-Solothurn-Biel. Hier ist ein erstes Mal umsteigen angesagt. Die Zeit ist knapp. Jeder holt das Letzte aus seinen Gliedern heraus, um den Anschluss nach La Chaux de Fonds nicht zu verpassen. Das gleiche Problem stellt sich wieder für den Zugwechsel nach le Noiremont. Hier angekommen schlendern wir zum vorgesehenen Hotel. Wir werden freundlich bedient und geniessen den frischen Kaffee und die herrlich duftenden Gipfeli. Wir haben auch Zeit zum Plaudern und erholen uns von den ersten Strapazen.

Nach einer guten Stunde ist Aufbruch. Die Schar teilt sich in zwei Gruppen auf: Jene welche nicht mehr so gut zu Fuss sind fahren über Seignelégier nach La Theurre und spazieren dann in etwa 50 Minuten um den Etang de la Gruère. Für die anderen17 fährt um halbelf der Zug nach Chaux-des-Breuleux, dem Ausgangspunkt einer rund 1 1⁄2-stündigen Wanderung. Der Weg führt vorbei an Les Moulins de la Gruère zum Etang gleichen Namens. Unterwegs kommt uns eine Velokolonne mit über hundert Schulkindern entgegen. Wahrscheinlich eine Schulverlegungswoche um das Frühfranzösisch an Ort und Stelle erfahren zu können.

Diese Wanderung ist der schönste Teil der Reise: Grosse Gruppen von Tannen, dazwischen saftige grüne Weiden mit Dutzenden von Freibergerpferden. Um die Mittagszeit erreichen wir La Theurre und lassen uns in der „Auberge de la Couronne“ ein gutes Mittagessen schmecken. Nach dem obligaten Kaffee oder Espresso gehen wir über die Strasse zur Postautohaltestelle. Der zweite Teil der Reise kann beginnen.

Mit Bus und Bahn erreichen wir mitten im Nachmittag Büren an der Aare. Nach einem kurzen Spaziergang durch das schmucke Städtchen warten wir im Restaurant auf die Ankunft unseres Schiffes. Auf der „Stadt Solothurn“ lassen wir es uns bei einem Glas Wein gut gehen. Auf einer Flussfahrt kommen Erinnerungen an frühere Zeiten hoch: An Schulreisen, Familienausflüge oder Vereinsreisen. So vergeht die Zeit schnell.

Beim Wechsel vom Schiff zum Zug schlendern wir durch die belebte Vorstadt und der Aare entlang zum Bahnhof. In einem Bummelzug geht die Reise von Station zu Station bis wir endlich in Olten noch einmal umsteigen dürfen. Es ist das zweitletzte von 15 Malen. Wir haben eine schöne Reise in eine für viele eher unbekannte Gegend der Schweiz erlebt.

kari windisch