Leserbeitrag
Bezirkschulstandorte - miteinander statt gegeeinander

Hans Ulrich Fischer
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Bezirksschulstandorte - miteinander statt gegeneinander

Der Leserbrief von Herrn Vanec gibt mir den Anlass, mich auch noch zum Standortentscheid der Bezirksschulen im Seetal öffentlich zu äussern.

Bereits Ende der 60-er Jahre wurde die Existenzberechtigung der Bezirksschule Fahrwangen in Frage gestellt. Damals haben sich die Gemeinden des oberen Seetals zusammengerauft mit dem Ziel, die Bezirksschule zu erhalten und die anderen beiden Oberstufenzüge Sek und Real qualitativ aufzu­werten. In diesem Zusammenhang hatte ich als Schulpfleger eine Vision. Ein Oberstufen­zentrum mit Bezirksschule, Sekundarschule und Realschule unter einem Dach gemeinsam mit den Gemeinden des oberen Seetals und Seengen im Gebiet südlich des Rügel im Grenzgebiet Seengen-Tennwil (Tennwilermoos) zu planen. Ich habe meine Vision dem damaligen Präsidenten der Schul­pflege Seengen, Herrn Prof. Matthias mitgeteilt und um ein Gespräch darüber gewünscht. Das Gespräch hat unter vier Augen in Seengen stattgefunden, wobei sich Herr Matthias skeptisch geäus­sert hat, aber sich doch bereit erklärte den Gedanken zu prüfen. Wochen später erhielt ich dann die Absage mit der Begründung, dass Seengen mit den westlich und nördlich gelegenen Gemeinden über ein genügend grosses Einzugsgebiet verfüge, sodass Seengen die Bezirksschule auf weite Sicht eigenständig führen kann. Für die Sekundar- und Realschule bestünde zurzeit in Seengen auch kein Handlungs­bedarf. Damit war die Vision 1 erledigt.

Danach haben wir uns im oberen Seetal auf unsere vier Gemeinden konzentriert. Es entstand die Vision 2: Ein gemeinsames Oberstufenzentrum mit Bezirks-, Sekundar- und Realschule unter einem Dach mit Schulräumen, Turnhalle und Sportplatz im Gebiet „Fluren“. Ein eigenes Schulmodell mit den 3 Zügen und eine Schulorganisation wurden entworfen und das renommierte Architekturbüro Burkard, Meyer, Steiger aus Baden hat eine Projektstudie mit Kostenschätzung (ca. 10 Mio.) präsentiert.

Dieses Vorgehenskonzept wurde den Gemeindeversammlungen aller 4 Gemeinden von der Schul­planungskommission mit der Empfehlung der Zustimmung vorgelegt, die Planung gemäss Plan weiter zu führen. An vier gleichzeitig durchgeführten Gemeindeversammlungen wurde über den überall gleichlautenden Antrag entschieden, die Gemeinden Bettwil, Fahrwangen und Meisterschwanden haben zugestimmt, Sarmenstorf hat abgelehnt. Die Vision 2 war damit auch abgeräumt. Immerhin haben die Behörden nicht aufgegeben, sondern durch enge Zusammenarbeit mittels Austausschulen bei Sek. und Real qualitative Verbesserungen realisiert. Die Zusammenarbeit im Kreisschulverband funktioniert bis heute offenbar erfolgreich.

Die Anregung von Herrn Vanec kommt mir vor wie eine Vision 3. Nicht die Aufhebung der Bezirks­schule Fahrwangen, sondern eine Fusion der beiden Bezirksschulen als optimale Lösung, mit einer Schulbehörde und einer Schulleitung. Tatsächlich kann dies eine win-win-Situation für alle Beteiligten (Eltern, Schüler, Lehrer und Gemeinden) bedeuten! Das heisst, vorübergehend einmal eine Schule mit zwei Standorten. So könnten die bestehende Infrastrukturen wei­ter genutzt werden und in einem späteren Zeitpunkt bei erwartetem Wachstum der Region an einem Standort ausgebaut werden. Eine sicher kostengünstige Möglichkeit, welche auch organisatorisch problemlos zu schaffen ist. Die Reali­sierung erfordert einiges an innovativer Willenskraft. Die logi­sche, konsequente Folge wäre allenfalls, die gesamte Oberstufe der 5 Gemeinden als eine Kreisschule zu organisieren. Wer als Behörden­mitglied verantwortungsbewusst und zukunftsgerichtet han­deln will, sollte diese Möglichkeit ernsthaft prüfen und in Erwägung ziehen. Ob allerdings unsere Gemeinden auch nur gedanklich über den eigenen Schatten (Gemeindegrenzen) springen können ist fraglich. Vielleicht kommt die Vision 3 auch wieder 50 Jahre zu früh!

Hans Ulrich Fischer, Meisterschwanden

Ehemaliger Präsident der Schulplanungskommission „Oberes Seetal“ und Präsident der Schulpflege Meisterschwanden (1965 bis 1981)

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