Leserbeitrag
Bezirk Baden Vereinigung für Heimatkunde

Bruno Schmid
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Bilder zum Leserbeitrag

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Ziel unserer 4. Exkursion in diesem Jahr waren alte Gärten in der Stadt Zürich. Und so trafen wir am letzten Freitagmorgen schon recht früh bei der Villa Zum Rechberg am Zürcher Hirschengraben ein. Dank der guten Beziehungen unseres kundigen Referenten, Peter Paul Stöckli, Landschaftsarchitekt BSLA und Fachexperte für Gartenpflege, war es uns vergönnt, auch einen Blick in das frisch von Tilla Theus renovierte Stadtpalais werfen zu dürfen und über die gekonnte Renovation und Wirkung modernster Lichtquellen und Vorhänge, farbiger Wände neben alten Kachelöfen zu staunen. Manchen war bis dato nicht bekannt, dass sich hinter diesem imposanten Stadtpalais bis hinauf zur Universität ein barocker, kräftig terrassierter Garten befindet, der während des Tages für das Publikum frei zugänglich ist, ebenfalls jüngst restauriert wurde und uns in schönstem Frühlingsflor begrüsste.

Nach dem Kaffeehalt überraschte uns im Villenquartier Riesbach nahe beim botanischen Garten die exotisch märchenhaft anmutende und ebenfalls im letzten Jahr fertig renovierte Villa der Stiftung Patumbah, worin heute der Schweizer Heimatschutz eingemietet ist. Völlig unerwartet von der Strassenseite her öffnet sich auf der Rückseite der Villa eine ebenfalls frei zugängliche Parkanlage, ein Vorzeigeobjekt der Gartenbaukunst in der Stadt und Naherholungsgebiet mitten im Quartier. Riesige Gehölze einheimischer und exotischer Provenienz bieten in heissen Tagen Schatten und Ruhe.

Nach dem Mittagshalt waren es nur ein paar Schritte zum Einstieg in die „MS Sentosa“. In langsamer Fahrt im unteren Seebecken konnte uns Peter Paul Stöckli auf die Entstehung und Planung der städtebaulichen Garten- und Quaianlagen hinweisen, bevor wir in der Enge wieder festen Boden unter den Füssen hatten und den Aufstieg in den Park der Villa Belvoir in Angriff nahmen. Im unteren Teil des Parks sind bauliche Elemente der G59 noch gut sichtbar. Für die volle Blumenpracht im Irisgarten, wohin in den nächsten Wochen wohl viele Blumenliebhaber pilgern werden, war es noch zu früh. Auf der gegenüberliegenden Seestrassenseite führte unser Weg leicht ansteigend zum Garten mit den Grotten der Villa Schönberg, die uns wohl allen wegen des Zürcher Aufenthalts von Richard Wagner ein Begriff ist.

Höhepunkt und Abschluss unserer Exkursion war der unmittelbar neben der Villa Schönberg liegende Park der Villa Wesendonck, heute Rieterpark genannt. Dieser, auf der Anhöhe des Engehügels 1858 angelegte Landschaftsgarten, umfasst 68'000 Quadratmeter und ist damit der grösste historische Garten der Stadt Zürich. Nach dem Orkan Lothar im Dezember 1999, der über 50 Solitäre dahinraffte, zeigt sich der Park nun wieder in seiner ganzen Pracht. Die langgezogene, nach Süden orientierte Hauptachse steigt von der Villa her sanft an. Aus den Unterlagen über die Villa ist ersichtlich, dass vom obersten Punkt bei gutem Wetter eine Aussicht bis zu den Glarner Alpen zu geniessen wäre. Uns war dies nicht vergönnt, denn just vor diesem Aussichtspunkt entluden sich die Wolken dermassen heftig, dass uns nur noch die schnelle Flucht in einen Unterstand blieb, um dann im geheizten Car die Heimreise anzutreten.

Verfasserin: Vrena Moritzi Schmid, Remigen

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