Leserbeitrag
Bäume und ihre Geschichten

Fabienne Schmid
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Bilder zum Leserbeitrag

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Der „Bäumige Abend“ welcher vom Natur- und Vogelschutzverein Wohlenschwil letzten Freitag organisiert wurde, war mehr als nur „bäumig“. Unerwartet viele Interessenten, über 50 Personen, kamen, um den Geschichten, Sagen und Mythen rund um den Baum, die Felix Naef mit viel Humor und Spannung erzählte, zuzuhören.

Der Wettergott war uns gut gesinnt und hat sicher auch einiges dazu beigetragen, dass so viele Leute den Weg nach Wohlenschwil fanden. Gegen Abend überlies der graue Himmel der Sonne seinen Platz.

Unser Wissenshorizont wurde um einiges erweitert, denn wer hat gewusst, dass der Tulpenbaum, welcher in Nordamerika beheimatet ist, vor der Eiszeit einmal zu unseren einheimischen Bäumen zählte. Oder dass der Ginko unserem Gedächtnis wieder auf die Sprünge hilft, als lebendes Fossil bezeichnet wird und aus den männlichen Stecklingen immer wieder weibliche entstehen. Auch durften wir erfahren, dass es Sommer- und Winterlinden gibt, diese Schmerzen lindern und daher zu ihrem Namen kamen. Gerichtsverhandlungen fanden in der Vergangenheit oft unter Lindenbäumen statt, jedoch wurde unter einer Linde nie eine Hinrichtung vollzogen. Felix Naef erzählte vom Nussbaum, welcher Fliegen abhält und darum auf Bauernhöfen beim Miststock gepflanzt wurde.

Auch würde es unserem Gehirn gut tun, wenn wir jeden Tag sieben Stück seiner Nüsse essen würden, da diese viel Folsäure enthalten. Seine Erzählungen haben uns in den Bann gezogen und wir hätten ihm noch lange zuhören können.

Es gäbe noch viele Bäume aufzuzählen, von der Blauzeder, der Eibe, dem Vogelbeerbaum, Bergahorn, dem Flieder bis zur Tanne und der Douglasie von denen Felix Naef Interessantes zu berichten wusste.

Jeder Baum hat seine eigene spannende Geschichte und fast gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen.

Der Landschaftsarchitekt betonte auch, mit einem Schmunzeln im Gesicht, dass nicht alles einheimische Pflanzen sein müssen, die unsere Gärten zieren.

Mit dieser Aussage war auch das schlechte Gewissen der Gartenbesitzer beruhigt.

Der Höhepunkt war wohl die neu gepflanzte Tanzlinde, von denen in der Schweiz nur gerade drei Stück existierten. Wohlenschwil ist nun stolze Besitzerin der vierten Tanzlinde geworden. Etwa in 100 Jahren wird sie ein mächtiger Baum sein und wer weiss, vielleicht wird sie wieder zum Mittelpunkt der Tanzfeste für die sie früher angepflanzt wurde.

Felix Naef durfte zum Dank einen kleinen eingetopften Eichenbaum als bleibende Erinnerung an diesen Abend in Empfang nehmen.

Nach der Verköstigung am wunderschön angerichteten Bauernbuffet am Fusse der Tanzlinde und einer heissen Gemüsesuppe, klang der einmalige, bäumige Abend mit Blick nach Wohlenschwil und Mägenwil aus.

Franziska Sigrist

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