Leserbeitrag
«Aus Patenschaft ist Freundschaft entstanden»

Marcel Siegrist
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Die Gründung des Vereins Bözer Reb- und Weinfreunde war vor 25 Jahren eine Pionierleistung. Landauf, landab gab es damals kaum Vereine in denen sowohl Weinproduzenten als auch Konsumenten vereint waren. Und schon gar keine, die mit einer Partnergemeinde zusammenspannten.

In Würdigung der Partnergemeinde Gränichen fand das Jubiläum in gediegenem Rahmen auf Schloss Liebegg statt. Ehrenpräsident Hanspeter Joss erinnerte an das damalige Umfeld, das sich Ende der 1980er-Jahre für die Winzer wirtschaftlich zunehmend als schwieriger erwies. So kündigte unter anderem Volg die Trauben-Abnahmeverträge, was nicht wenige Rebbauern vor grosse Probleme stellte und sie zur Direktvermarktung zwang. Mit der Schaffung eines gemeinsamen Vereins für Produzenten und Konsumenten entstand auch die Idee, eine Patenschaftsgemeinde mit ins Boot zu holen. Die dadurch entstandene Verbindung zwischen Bözen und Gränichen funktioniert seit Beginn auf sehr freundschaftlicher Basis. «Aus der Patenschaft ist eine Freundschaft entstanden», brachte es Hanspeter Joss auf den Punkt. Eine wichtige Stütze als Verbindungsmann bildete dabei der ehemalige Gränicher Gemeinderat Ueli Widmer. Die «Entwicklungshilfe» in Sachen Wein reichte durchaus über die freundschaftlichen Bande hinaus, wie Gemeinderat Ruedi Gautschi in seinem Grusswort erwähnte. So wird in Gränichen bei allen offiziellen Anlässen stets Bözer Wein ausgeschenkt. Zum Jubiläum offerierte die Gemeinde nicht nur das Nachtessen mit Dessert, sondern auch den Kaffee.

Ein Verein mit 122 Mitgliedern
Die Bözer Reb- und Weinfreunde zählen aktuell 122 Mitglieder – erfreulich ist dabei der Umstand, dass immer wieder junge Weinliebhaber zum Verein stossen. Präsident Kurt Marti wies in seinem Jahresbericht auf die nicht einfachen Umweltbedingungen hin, mit denen die Winzer im Jahr 2014 zu kämpfen hatten. So mit Wetterkapriolen und dem Auftreten der Kirschessigfliege. Rebumgang und Vereinsreise in den Klettgau waren gut besucht. Marti konnte verschiedenen Bözer Winzern gratulieren, deren Qualitätsweine mit Auszeichnungen und Diplomen aus nationalen Degustationen hervorgingen. Das Vereinsjubiläum wird im September mit einer zweitägigen Reise nach Poschiavo und ins Veltlin zusätzlich gefeiert.

Hans Amsler würdigte das Rebjahr 2014 aus der Sicht des Winzers. Trotz einem widrigen Verlauf des zweiten Halbjahres kann mit einem schönen Wein gerechnet werden. Mit der kommentierten Degustation von Bözer Weinen wurde ein passender Schlusspunkt gesetzt. Wie sagte doch Ehrenpräsident Joss: «Wein gehört zu fröhlichen Menschen!».

Gerhard Hirt

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