Leserbeitrag
Auftakt zum Reformationsjubiläum

Brigit Bolliger
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Ein Gottesdienst der besonderen Art fand am Reformationssonntag in der Reinacher Kirche statt. Dr. theol. Pfr. Christoph Weber-Berg, seines Zeichens Präsident des Kirchenrats der reformierten Landeskirche Aargau, gestaltete gemeinsam mit Pfrn. Ursina Bezzola und Pfr. Andreas Schindler einen liturgischen Gottesdienst mit Abendmahl. Zum Apéro und kleiner Show-Einlage des «TenSing» traf sich die Kirchgemeinde anschliessend im Kirchgemeindehaus.

An die 120 Besucherinnen und Besucher trafen sich vergangenen Sonntag in der Reinacher Kirche. Kirchenratspräsident Christoph Weber-Berg blickte in seiner Begrüssungsrede kurz auf den geschichtlichen Hintergrund der Reformation. So hatte am 31. Oktober 1517 Martin Luther seine 95 Thesen an das Hauptportal der Schlosskirche zu Wittenberg angeschlagen und damit den Grundstein für die Reformation gelegt. Um 1528 wurde von Bern befohlen, es möge in Reinach die erste reformiert gebaute Kirche auf deren Hoheitsgebiet erstellt werden. Und so freute sich Christoph Weber-Berg natürlich besonders, in dieser geschichtsträchtigen Kirche den Auftakt zum Reformationsjubiläum zu feiern.

Der Ablauf kam in einem etwas ungewohnten Rahmen daher, waren alle Regieanweisungen doch schriftlich auf einem Flyer der reformierten Landeskirche Aargau vermerkt. Im Predigttext ging Weber-Berg auf einen Vers von Johannes ein: Die Wahrheit wird euch frei machen! «„Wahrheit“ und „Freiheit“, zwei grosse Worte, mit denen gerade auch im Namen des Glaubens viel Unfug getrieben wurde und immer noch wird,» so Weber. «Wer meint, die Wahrheit zu kennen und nur seinen Glauben, so wie er ihn auslegt, als richtig annimmt und Andersdenkende verurteilt, ist nicht frei. Auch wer an sich selber zweifelt, Ansprüche an sich selber stellt, die er möglicherweise nie erreichen wird, wer also verzweifelt, ist nicht frei. Gott nimmt uns so an, wie wir sind. Wenn wir lernen, uns und alle Anderen genau so anzunehmen, wie wir sind, können wir in Frieden und Freiheit zusammen leben.»

Die Gemeinde war immer wieder eingeladen, sich aktiv am Gottesdienst zu beteiligen, sei es mit gemeinsam gesprochenen Bekenntnissen, Liedern oder einem Liedruf. Das wandelnd ausgeteilte Abendmahl war bei über einhundert Teilnehmenden etwas ganz Besonderes und klang in manch einem bestimmt noch lange nach.

Der Gottesdienst wurde musikalisch mitgestaltet von Tizian Naef an der Orgel und Soma Salat-Zakariás an der Viola da Gamba – oder auch «Kniegeige» genannt – einem historischen Streichinstrument, ähnlich einem Cello, mit ganz eigenem Klang.

Im Anschluss an den Gottesdienst wurde im Kirchgemeindehaus ein Apéro ausgeschenkt. Sieben junge Frauen von «TenSing» gaben sich auf der Bühne noch ein kleines musikalisches Stelldichein.

Am kommenden Sonntag, 13. November sind übrigens alle reformierten Mitglieder aus Reinach und Leimbach herzlich zur Kirchgemeindeversammlung eingeladen, welche im Anschluss an den Gottesdienst um ca. 10.30 Uhr stattfinden wird.

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