Leserbeitrag
Auffahrtsumritt in Beromünster

Marcel Siegrist
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Beim Beromünster Umritt an Christi Himmelfahrt nahmen auch aus der Region Siggenthal und der Region Surbtal Pilger teil. Diese Tradition wird schon seit über 70 Jahren in diesen Regionen praktiziert. Früher begaben sich die Pilger zu Fuss, zu Pferd, mit dem Velo oder Zug nach Beromünster und übernachteten dort. Heute steht man um 3.00 Uhr auf und bildet Fahrgemeinschaften, damit man rechtzeitig zu Beginn um 5.30 Uhr am Auffahrtsumritt teilnehmen kann.

„d’Moischterer Uffert“ gibt es eit 508 Jahren. Es handelt sich um einen Pilgerweg von 18 Kilometern Länge. Diese Prozession geht man zu Fuss oder zu Pferd. Das Allerheiligste wird vom Beromünster Pfarrer zu Pferd um den Hals getragen. Weitere Priester, Kirchenräte, Fahnenträger, Musikanten sind in bunten Uniformen und Gewänder zu Pferd. Das Fussvolk mit dem Propst vom Stift St. Michael betet den Rosenkranz bei der Prozession um das gute Gedeihen der Feldfrüchte und um Glück und Wohlfahrt in der Familie und Haus. In Rickenbach wurde um 8.00 Uhr eine Festmesse in der Pfarrkirche mit dem Festprediger Andreas Schalbetter, Jesuit, zum Thema „Aufstieg und Abstieg“, gehhalten.

Um 14.00 Uhr folgte nach einigen Zwischenhalten der Höhepunkt des Tages: Der feierliche Einzug in den Flecken Beromünster und der Segen mit dem Allerheiligsten.

Kaum hatte sich der Umritt aufgelöst, wurde in der Stiftskirche die Vesper gehalten. „Magnificat anima mea Dominum“ - der Gesang der Chorherren hallte durch den Raum. Die Glocke in der Kuppel wurde geläutet und das Weihrauchfass kräftig dazu geschwungen. Man schaut gespannt, wie sich die Christusfigur vom Sockel löste und, umrahmt von brennenden Kerzen, leibhaftig emporschwebte und schliesslich durch die Runde Öffnung in der Decke der Auferstandene sich den Blicken entzog.

Der Auffahrtsumritt mit anschließender Vesper in der Stiftkirche findet nächstes Jahr am 10. Mai wieder statt.

Marianne Baldinger-Lang