Leserbeitrag
Aufbruch in die Zukunft bei der Spitex

Oberrohrdorf: 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Spitex - Mitgliederversammlung würdigten die zurücktretende Präsidentin

Marcel Siegrist
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Noch nie war eine MV der Spitex Rohrdorferberg so gut besucht. Mit gutem Grund: Die Versammlung stand im Zeichen der Verabschiedung der lang-jährigen, verdienten Präsidentin Elisabeth van Heijningen.
etztmals leitete Elisabeth van Heijningen am Mittwochabend in der Zähnteschüür die MV der Spitex Rohrdorferberg. Seit 12 Jahren, seit die fusionierte Organisation existiert, wirkt sie als deren Präsidentin. Für die Spitex tätig ist sie aber effektiv bereits seit 20 Jahren, zuvor im Rahmen des Kranken-pflegeverein Künten-Bellikon. „Seitdem die Spitex Rohr-dorferberg am 26. August 1998 gegründet wurde, hat sie sich unermüdlich und mit viel Herzblut für die Organi-sation eingesetzt", würdigte Vizepräsidentin Agnes Weber die Verdienste van Heijningens. Unter ihrer Ägide konnte im Jahr 2001 der neue Stützpunkt in Oberrohrdorf einge- weiht werden. Auch wurde ein Jahr später die erste Stütz-punktleiterin angestellt.

Dienstleistungen sehr gefragt
Auf Grund weiter steigender Nachfrage nach den Spitex-Dienstleitungen und einer Erweiterung des Angebots (neu wird ein Abenddienst angeboten und man denkt bereits über einen Nachtdienst nach) wird der Stützpunkt zurzeit ausgebaut. Die Mauern stehen bereits und man hofft, dass der neue Raum im Sommer in Betrieb genommen werden kann. Elisabeth van Heijningen und ihr Mann Dirk, der im
Hintergrund wirkte und auch im Rahmen seines „Stall-Lädeli" - Engagements immer wieder für einen finanziellen Zustupf an die Spitex sorgte, erhielten einen Car-Reisegutschein zum Abschied und einen Blumenstrauss mit fünf Rosen, welche die fünf an der Organisation betei-ligten Gemeinden symbolisierten. Letzteren überreichte der Künter Gemeindeammann Werner Fischer, der nicht bloss an die Verdienste der zurücktretenden Präsidentin erinnerte, sondern generell die heutige Bedeutung der Spitex in Erinnerung rief, in Zeiten, da der frühere „Generationenvertrag" längst der Vergangenheit angehört, „Für viele betagte Menschen stellen die Mitarbeiterinnen der Spitex wichtige menschliche Kontakte her", so Fischer. - Dem Jahresbericht der scheidenden Präsidentin war zu entnehmen, dass sich die Spitex weiter entwickeln wird und auch muss. Ein Projekt von Baden Regio befasst sich seit Ende 2007 mit Zusammenschlüssen; heute gibt es in den 19 Bezirksgemeinden noch 14 Spitex-Organisationen. Im Rahmen des „Projekts Reusspark" behandelt eine Arbeitsgruppe Fragen rund um die Langzeitpflege in Heimen und in der Spitex. Die drei Replas Rohrdorferberg-Reusstal, unteres Bünztal und Mutschellen-Kelleramt orientierten kürzlich Behördenvertreter über die neue Leistungsvereinbarungen mit der Spitex, die von Baden Regio in Zusammenarbeit mit dem kantonalen Spitex-Verband und der Pro Senectute erarbeitet worden sind.
Jahresbericht, Rechnung 2009 und Budget 2010 wurden jeweils ohne Gegenstimme von der Versammlung genehmigt. Die Tarife 2010 bleiben im Bereich Hauswirtschaft gleich, bei der Krankenpflege müssen sie auf Grund übergeordneter Vorgaben leicht erhöht werden.

Esther Merkli neue Präsidentin
Mit grossem Applaus wurde Esther Merkli aus Niederrohrdorf als neue Präsidentin der Spitex Rohrdorferberg gewählt. Als neue Vorstandsmitglieder stellen sich Karin Matter und Lukas Fus (beide aus Niederrohrdorf) zur Verfügung.
Im zweiten Teil des Abends, bevor man sich einer Suppe und dem offerierten Wein zuwandte, hielt Ständerätin Christine Egerszegi-Obrist ein spannendes Referat mit dem Titel „Was darf Sterben kosten?" und gewährte dabei aufschlussreiche Einblicke in das Geschehen in Bundesbern zu diesem Thema, das uns alle früher oder später betrifft. Egerszegi fragte sich, wann wir ausgebildete Fachkräfte für das Ende des Lebens haben werden, gleich wie es sie für Geburten gibt. Für sie steht fest: „Die Aufwendungen für die Betreuung und Begleitung Sterbender lassen sich nicht auf belastende Kosten reduzieren. Die Solidarität der ganzen Gesellschaft wird gefordert". Der Umgang mit Sterbenden erfordere Respekt, Achtung und Menschlichkeit, überall - auch von der Politik, schloss die Ständerätin ihre Überlegungen ab. Stefan Haller/thm

Bild: Elisabeth van Heijningen (mitte) wurde
als Präsidentin der Spitex Rohrdorferberg
verabschiedet; ihre Nachfolgerin ist
Esther Merkli (links) aus Niederrohrdorf.
Ständerätin Christine Egerszegi-Obrist
(rechts) hielt einen interessanten Vortrag
zum Thema „Was darf Sterben Kosten?).
Foto: sha

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