Leserbeitrag
Auf den Spuren des heiligen Pater Pio von Pietrelcina

Marcel Siegrist
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Die Mitglieder der Pilgergruppe mit Schwester Pasquelina in der Spitalkapelle.

Die Mitglieder der Pilgergruppe mit Schwester Pasquelina in der Spitalkapelle.

Die Freunde der Pater Pio Gebetsgruppen begaben sich vom 3.6.-10.6.2017 auf die Spuren des Lebens und Wirken des Hl. Pater Pio, Kapuzinermönch aus Pietrelcina, nach San Giovanni Rotondo auf den Gargano (Apulien Italien). P. Pio wurde am 25. Mai 1887 in Pietrelcina (Provinz Benevent), als Sohn eines Kleinbauern geboren. In der hl. Taufe erhielt er den Namen Franziskus. Mit 15 Jahren trat er in das Noviziat der Kapuziner in Morcone ein, wo er am 22. Januar 1903 eingekleidet wurde. Am 10. August 1910 wurde er im Dom zu Benevent zum Priester geweiht. Seine erste Hl. Messe feierte er am 15. August 1910 in seiner Taufkirche St. Maria degli Angeli in Pietrelcina. Pater Pio kam zum erstenmal nach San Giovanni Rotondo auf dem Gargano (Apulien) am 28. Juli 1916 ins Kapuzinerkloster. Dort lebte er 52 Jahre lang mit wenigen Unterbrechungen bis zu seinem Tod am 23.9.1968. Am Morgen des 20.9.1918, einem Freitag, erhielt er vor dem Chorkreuz der kleinen, alten Kirche S. Maria delle Grazie die Gnadengabe der Wundmale Christi, welche 50 Jahre hindurch offen, frisch und blutig blieben.

Kloster und Spital besucht

Neben dem Kapuzienerkloster wurde das Spital „Casa Sollievo della Sofferenza“ (Haus der Linderung des Leidens) besucht. Frau Natascha führte die Freunde der Pater Pio Gebetsgruppen kompetent durch die Räume des Spitals. So erfuhr die Pilgergruppe, dass Pater Pio schon am 9. Januar 1940 den Gedanken hatte, ein Spital zu bauen, denn die Menschen kamen zu ihm und er begann die Leiden der Pilger mit Worten oder Handauflegen zu lindern und zu heilen. In den Armen, Leidenden und Kranken sah er das Bild Christi, besonders ihnen galt daher das Werk der Nächstenliebe. Zum Start des Spitalbaues spendete er die erste kleine Goldmünze. Angelo Lupi wurde der ungekrönte Baumeister. Der Spitalbau wurde nur mit Spenden finanziert. Das Projekt bekam keine Subventionen vom Staat und die Arbeit sollte so vorangehen wie Spenden kamen. Pater Pios Philosophie ging dahin, sich auf Gottes Vorsehung zu verlassen.

Barbara Ward als grosszügige Spenderin

Die Arbeiten mussten nie unterbrochen werden, da die Spendengelder flossen, besonders durch Barbara Ward. Sie war eine englische Journalistin und Expertin für Wirtschaft und Sozialfragen. Als Dank für ihre grosszügigen Spenden wurde in der Spitalkapelle das Gesicht von Barbara Ward für das Glasfenster mit der Muttergottes verwendet. In dieser Spitalkapelle begrüsste Sr. Pasquelina die Pilgergruppe. Sie war die erste Nonne im Spital, welches der Hl. Pater Pio am 5.5.1956 nach neun Jahren von Schwerstarbeit und allerhand Schwierigkeiten eingeweiht hatte. Sie erzählte, dass sie am Sterbebett vom Pater Pio gewesen sei und mit ihm den Rosenkranz gebetet hatte. Pater Pio sagte, betet, betet, dann könnt ihr vom lieben Herrgott alles haben. Am 23.9.1968 um 2.30 Uhr wurde Pater Pio in den Himmel geboren. Die kleine Nonne verabschiedete sich von der Pilgergruppe mit einem Strahlen im Gesicht und sagte, wir sind im Gebet verbunden.

Leistungsfähiges Spital

Die Besichtigung ging weiter. Es wurde viel Interessantes vermittelt. In der modernen Spitalküche können beispielsweise über 1000 Mahlzeiten pro Stunde ausgegeben werden. Es werden möglichst Bioprodukte aus eigenen Landwirtschaftsbetrieben verwendet. Also die Kliniken gehören heute zu den besten in Europa. Jeder wird in diesem Spital behandelt, auch wenn er mittellos ist. Pater Pio sagte 1957 „Der Sinn dieses Hauses des Gebets und der Wissenschaft ist die Linderung der Leiden.“ Dieses Werk soll ein Aufruf zur aktiven Gottes- und Nächstenliebe sein. Dazu kamen im Jahre 1966 die Gebetsgruppen als „Pflanzschulen des Glaubens“ und „Feuerstellen der Liebe“, in deren Mitte Christus selbst gegenwärtig ist. Heute gibt es 3‘156 eingetragene Gebetsgruppen auf der ganzen Welt.

Laienleiterin der Pater Pio Gebetsgruppe, Marianne Baldinger-Lang

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