Leserbeitrag
„An der Grenze“ zum Erwachsenenleben

Fritz Imhof
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Konfirmation 2018/2 Die fünf Konfirmanden mit Sozialdiakon Markus Brunner (l.) und Pfarrerin Johanna Spittler (r.)

Konfirmation 2018/2 Die fünf Konfirmanden mit Sozialdiakon Markus Brunner (l.) und Pfarrerin Johanna Spittler (r.)

Fünf Jugendliche aus dem Wegenstettertal schlossen am Sonntag den kirchlichen Unterricht mit der Konfirmation ab. Der bunte Gottesdienst stand unter dem Thema „An der Grenze“.

Grenzerfahrungen sind Teil des Lebens von jungen Erwachsenen. Sie werden auch dann erlebt, wenn man als junge Frau erstmals vor einem grösseren Publikum auftritt, wie es Deborah und Sarah am Konfirmationsgottesdienst in der katholischen Kirche Wegenstetten taten, die den Reformierten Gastrecht gewährt. Die beiden Konfirmandinnen sangen zusammen mit Sozialdiakon Markus Brunner den weltbekannten Song „Halleluja“ des kürzlich verstorbenen Musikers Leonard Cohen. Brunner hatte die Konfirmanden zusammen mit Pfarrerrin Johanna Spittler beim Unterricht begleitet.

Höhepunkte und Krisen

Cohen hatte den Song in einer Krisenphase seines Lebens geschrieben, und es war zu dieser Zeit nicht absehbar, dass er ein Welterfolg werden sollte. Lebenszenit und Lebenskrise können sehr eng beieinander liegen, schloss Pfarrerin Spittler daraus in ihrer Predigt. Sie verglich das Leben des jüdischen Musikers Cohen mit demjenigen des Königs David, der auf dem Höhepunkt seiner Herrschaft übermütig wurde und während des Krieges einem seiner Offiziere die Frau entwendete und mit ihr ein Kind zeugte. Als der Prophet Nathan dem König darauf den Tod dieses Kindes ankündigte, verfiel der König in eine schwere Depression.

Neu anfangen kann jeder

Es gelte, so Johanna Spittler, Grenzen und Krisen zu überwinden und nach einem Sturz wieder aufzustehen, wie es auch David nach der Zeit der Trauer tat. Das Kreuz ist Symbol der tiefsten Grenzerfahrung des Sohnes Gottes. Die beiden Konfirmanden Maurice Holle und Kevin Löw hatten daher ein Kreuz gezimmert, auf dem die Namen aller Konfirmanden aufgeführt waren. Das Kreuz als Symbol von Krise, Tod und Auferstehung für jeden Menschen, der sich darauf einlässt. Es ist Symbol eines gnädigen und verzeihenden Gottes, es vermittelt die gute Nachricht, dass es für jeden Menschen die Möglichkeit gibt, neu anzufangen! – so die Botschaft der Konfirmanden an ihre Familien und die Gemeinde.

Während dem Konfirmationsakt empfing jeder Konfirmand und jede Konfirmandin eine Rose von der Kirchenpflege – als Zeichen des Willkommens in der Gemeinde sowie eine Konfirmationsurkunde und einen passenden Bibelvers. Schliesslich überreichten die fünf jungen Leute selbst eine Rose an ihre Patinnen und Paten zum Dank für die Begleitung auf ihrem Lebensweg. Mit dem Abendmahl und dem anschliessenden Apéro, zubereitet und offeriert von der Kirchenpflege, klang der festliche Anlass aus. (im.)

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