Leserbeitrag
450 Jahre reformierte Kirche Erlinsbach

Marcel Siegrist
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Eröffnet wurde das Fest am Samstag mit einem Auftritt des bekannten Sängers Linard Bardill, der zusammen mit ca. 20 Schülern ein mitreissendes, abwechslungsreiches Programm präsentierte. Die Singfreude der strahlenden Jungen schwappte schnell aufs begeisterte Publikum über.

Auf Stellwänden zeigte der Historiker Markus Widmer-Dean wichtige Ausschnitte aus unserer Kirchengeschichte.

Der offizielle Festakt in der festlich geschmückten Kirche wurde durch die beiden Pfarrpersonen, Simone Wüthrich und Andy Jecklin, sowie den Präsidenten der Kirchenpflege, Viktor Blatter eröffnet, der als ersten Redner den Präsidenten der Reformierten Landeskirche Aargau, Herrn Dr. Christoph Weber-Berg begrüssen durfte. Frau Verena Enzler, die Präsidentin des Synodalrates der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Solothurn wies darauf hin, wie schwierig es in ihrem Kanton für die reformierte Kirche bis 1948 war.

Ernst Fiechter, Präsident der katholischen Kirchgemeinde Erlinsbach erzählte eine Anzahl von auflockernden Anekdoten über das lange gespannte Verhältnis zwischen den Konfessionen.

Als Vertreter der beiden politischen Gemeinden überbrachte der aargauische Gemeindeamman Markus Lüthy Glückwünsche. In seiner Familie sind 9 Generationen in dieser Kirche getauft und konfirmiert worden und er wünscht sich weitere vertrauensbildende Aktionen zwischen den Konfessionen.

Kaffee und Kuchen, organisiert durch den Frauen- und Töchterchor, sowie ein Stand für gebratene Würste überbrückten die Zeit bis zum Nachtessen in der nebenan liegenden Trotte. Bei Speis und Trank konnten Erinnerungen aufgefrischt werden, sei es mit früheren Pfarrpersonen, mit Behörden und Freunden. Umrahmt wurde das Essen durch lüpfige Musik des Tessiner Duos tacalà.

Unterdessen organisierte Pfarrer Jecklin im Wygärtli die Auftritte von Jugendbands, zuerst die aXess-Musikband der reformierten Kirche Olten und anschliessend eine junge Band der Musikschule Erlinsbach Die meist jugendlichen Zuhörer waren begeistert vom modernen Sound.

Auf dem Weg zum Festgottesdienst am Sonntag morgen wurden die vielen Besucher von Baustellen-Warntafeln und rot-weissen Absperrungen irritiert. Dieses Baustellen-Thema nahmen die beiden Pfarrpersonen in ihre kurzen Predigten auf. Pfarrer Jecklin legte den Fokus auf die heutige Situation der Kirche, bei der wir als Gottes Mitarbeiter nach bestem Wissen und Gewissen weiterbauen sollten. Dabei sind Weitsicht, Engagement und zwischenmenschliches Einfühlungsvermögen sehr nötig und es gelingt nur, wenn das Fundament stabil ist.

Frau Pfarrerin Wüthrich ging auf viele Erschütterungen ein, die an unserem Leben und Selbstverständnis rütteln. Erst in den Stürmen des Lebens sieht man, ob auf stabiles Fundament gebaut wurde.

Den Festgottesdienst umrahmten die bekannten Sänger des Heart Preacher Gospelchores aus Densbüren unter der Leitung von Carol Simon. Ihre rhythmischen, wohlklingenden Melodien begeisterten die Zuschauer und Zuhörer in der vollen Kirche und sie wollten immer noch mehr hören.

Beim Apéro mit Zopf und Getränken im Freien begegneten Erlinsbacherinnen und Erlinsbacher vielen Gästen, welche früher hier jeweils die Kirche besucht oder gar hier für die Kirche gearbeitet hatten.

Während es die Kinder wieder zu den für sie bereitgestellten Aktivitäten zog, freuten sich die Erwachsenen schon auf das traditionelle, wohlduftende Risotto, welches wie immer am Bettag zubereitet und verteilt wurde. Angeregte Gespräche begleiteten das Mittagessen und Dessert in der Kaffeestube, in der Trotte oder draussen an der langsam wärmenden Sonne, bis um 14.30 Uhr mit dem Loslassen vieler weisser Ballone ein Schlusspunkt in den inzwischen stahlblauen Himmel gesetzt wurde.

Es ist sehr erfreulich, dass es dem Organisationteam gelungen ist, innert kurzer Zeit und - in einer in der reformierten Kirche Erlinsbach ziemlich turbulenten Zeit - ein einfaches aber sehr schönes Fest mit grossem Erfolg durchzuführen. Neben dem Organisationskomitee haben über 90 freiwillige Helferinnen und Helfer viel zum Gelingen beigetragen. Das Fest ist eine wichtige Brücke zu einer neuen, konstruktiven und erfreulichen Zusammenarbeit der beiden reformierten Kirchgemeinden aus den Kantonen links und rechts des Erzbaches, wie auch mit der katholischen Kirchgemeinde.

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