Leserbeitrag
20 Jahre offene Jugendarbeit in Entfelden

Elke Ballmer
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Die jährliche Mitgliederversammlung ist Pflichtübung jedes Vereins und läuft nach dem üblichen Procedere ab. Was gäbe es da Besonderes zu berichten?

Kann ein Verein aber auf eine spannende Entstehungsgeschichte und 20 Jahre Wirkungszeit zurückblicken, sind das ein paar gedruckte Zeilen wert.

Ende der Achtzigerjahre war Zürich mit dem Platzspitz, DER offenen Drogenszene, in den Negativschlagzeilen. Die Auswüchse des Drogenkonsums waren auch in Oberentfelden gegenwärtig. Nebst dem Drogenkonsum und Drogenhandel war auch die Gewaltbereitschaft gross. Deshalb fand sich 1988 eine Gruppe besorgter Eltern, Lehrer, Behördenmitglieder und Leiter aus Jugendgruppen zusammen, die sich dem Problem stellten und nach präventiven Lösungen suchten. In Aarau und Umgebung waren bereits Suchtberatungsstellen und offene Jugendtreffs als präventive Massnahmen entstanden. Wäre ein geleiteter Jugendtreffpunkt nicht auch ein notwendiges Angebot für Entfelden? Die Initiativgruppe machte schliesslich im Frühjahr 1991 eine Umfrage bei allen Oberstufenschülern in Entfelden. Das Resultat war eindeutig: 82% der Schüler wünschten sich einen Jugendtreff. Die Erwachsenen machten sich diesen Wunsch zum Programm. Nebst einer geeigneten Liegenschaft musste das nötige Startkapital aufgetrieben werden. Deshalb wurde der Verein Jugendtreff im Sommer 1993 gegründet. Er zählte 60 Mitglieder aus beiden Entfelden und einen sehr engagierten Vorstand, allen voran Erich Baumann als Präsident. Viel Aufklärungsarbeit war nötig, um das Konzept eines geführten Jugendtreffs in unseren Dörfern bekannt und beliebt zu machen. Schliesslich wurden die beantragten Unterstützungsbeiträge an den Gemeindeversammlungen beider Entfelden gutgeheissen. Ausserdem sahen die drei Kirchgemeinden ein diakonisches Engagement darin, dieses Konzept der offenen Jugendarbeit finanziell zu unterstützen. Damit war die Basis gelegt, welche es ermöglichte eine Lokalität zu mieten und eine Treffleitung anzustellen.

Am Schustergässli 8, in der ehemaligen „Ammann-Villa“, fand der Jugendtreff seine erste Bleibe. 2006 musste die gute alte Villa einem Neubau weichen.

2007 ist die Jugendarbeitsstelle und der Jugendreff in eine Halle auf dem Areal Alte Bürstenfabrik umgezogen. 2008 wurde dem Verein ein klar definierter Leistungsauftrag von der Trägerschaft übergeben, der im Konzept offene Jugendarbeit Entfelden formuliert ist. Drei Jahre später schloss der Verein mit dem Jugendforum Entfelden einen Fusionsvertrag ab, um die Jugendarbeit besser zu koordinieren. Die Angebote der Jugendarbeitsstelle in Entfelden haben sich weiterentwickelt, die Zusammenarbeit mit der Schule, der Sozialarbeit und den regionalen Jugendarbeitsstellen ist unentbehrlich geworden. Der Verein Jugendarbeit Entfelden wird auch in Zukunft für zeitgemässe Strukturen sorgen, welche die offene Kinder- und Jugendarbeit in den Gemeinden Oberentfelden und Unterentfelden möglich machen, mit dem Ziel, Kinder und Jugendliche auf dem Weg zur Selbständigkeit zu fördern und zu begleiten.

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