Coronavirus
Zürcher Pathologe sammelt Blut aus der Pandemie: Das wird eine der grössten Datenbanken weltweit

Adriano Aguzzi hat früh vor der Pandemie gewarnt. Nun sorgt er dafür, dass man sie noch nach Jahren wird erforschen können. Mit Blut von 200'000 Patienten und Blutspendern.

Sabine Kuster
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Aus regulären Blutabnahmen werden für das Forschungsprojekt Proben abgezweigt.

Aus regulären Blutabnahmen werden für das Forschungsprojekt Proben abgezweigt.

Keystone

Am Unispital Zürich werden Blutproben gesammelt, die für das Verstehen der Corona-Pandemie später sehr wichtig sein könnten. Adriano Aguzzi, Direktor des Institutes für Neuropathologie, will bis Ende 2022 total 200000 Proben auf Corona-Antikörper testen.

Fast 75000 konnte sein Team bereits auswerten und die Durchseuchung der Zürcher Bevölkerung in der ersten Welle aufzeigen (damals 1,2 bis 1,5 Prozent). Nun hat Aguzzi drei Geldgeber gefunden, die das gesamte Projekt sichern.

«Das ist eine der grössten serologischen Studien weltweit», sagt Aguzzi, «damit sehen wir nicht nur den weiteren Verlauf der Antikörper. Man könnte so auch Spätfolgen auf eine Corona-Infektion zurückführen.» Das sei nur möglich, wenn Blut aus der Coronapandemie gesammelt werde. Die Proben erhält der Pathologe vom Blutspendezentrum Zürich und den täglich genommenen Proben des Unispitals.

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