Salzmann studiert

Werkzeuge aus Licht: Physik-Nobelpreis versus «Star Wars»

Kampf mit Lichtschwertern

Szene aus «Star Wars: Episode 4»

Kampf mit Lichtschwertern

Morgen Montag, 10. Dezember, wird der Nobelpreis an drei Physiker verliehen, die Werkzeuge aus Licht entwickelt haben. Heisst es. Doch geht es wirklich um Werkzeuge? Gemeint sind nicht Hämmer, Äxte, Sägen, sondern Laserpinzette und Laserskalpell. In weit grösseren Kategorien denkt da Filmproduzent George Lucas: Die Helden in seinen «Star Wars»-Filmen operieren nicht mit Pinzetten, sondern schwingen Schwerter, mit denen sie innert Sekunden ein Loch in eine Metalltür schneiden können. So zu sehen in einer Szene von «Star Wars: Episode 1».

Wieso also nicht statt Laserskalpellen gleich Laserschwerter bauen? Ein britischer Student hat sich die erwähnte Filmszene genau angeschaut und nachgerechnet. Unter der Annahme, dass die zerschnittene Türe aus Titan ist, erbringt das Schwert eine Leistung von 6,96 Megawatt. Das entspricht tausend Kochherden, bei denen alle Platten eingeschaltet sind. Der Energiebedarf liesse sich aber um fast einen Viertel verringern, wenn ein rotes statt eines grünen Laserschwerts verwendet würde. Unklar bleibt, wie die dazu nötigen Batterien in den Schwertgriff passen.

In der realen Welt ist ein anderes Problem dringlicher: zu starke Laserstrahlen. Erlaubt sind hierzulande Laserpointer bis zu einem Milliwatt Leistung. Via Internet bestellen Schweizerinnen und Schweizer aber ungeprüfte Laserpointer, die weit stärker und damit gefährlich sind. Die Universitäts-Augenklinik Bonn berichtet von schweren Netzhautschäden und lebenslangen Sehbeeinträchtigungen, die nicht mal mit dem Laserskalpell behoben werden können.

Damit auch Sehgeschädigte Filme schauen können, müssen Kameraleute ihre Szenen so gestalten, dass alles klar und deutlich sichtbar ist. Was das bedeutet, haben britische Forscher längst geklärt. Sie verkabelten dazu 97 Wanderheuschrecken mit Elektroden, liessen sie «Star Wars» gucken und zeichneten dabei die neuronale Aktivität der Insekten auf. Erkenntnis: Objekte, die sich auf die Kamera zubewegen, werden besser wahrgenommen, als was sich von ihr wegbewegt. In künftigen «Star Wars»-Sequels sollten Schläge mit Laserschwertern also wann immer möglich in Richtung Publikum ausgeführt werden.

Es bleibt eine Schwierigkeit: Der Blick ins Licht des Laserschwerts ist gefährlich. Es ist sieben Milliarden Mal stärker als ein zugelassener Laserpointer. 

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