Schatzsuche
Vom Friedhof bis zur Flugzeugtoilette: Zehn unglaubliche Goldfunde

Der Klingnauer Goldfund von 2012 ist nach wie vor mysteriös. Nach wie vor ist unklar, wem die Goldbarren gehören und wie sie an den Fundort kamen. Es gibt noch einige andere unglaubliche Goldfund-Geschichten – neun weitere haben wir ausgegraben.

Elia Diehl und Philipp Zimmermann
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Goldschätze finden sich meist nicht in Truhen wie im Film Pirates of the Caribbean – sind aber nicht minder spektakulär (das Äffchen mal ausgenommen).

Goldschätze finden sich meist nicht in Truhen wie im Film Pirates of the Caribbean – sind aber nicht minder spektakulär (das Äffchen mal ausgenommen).

Screenshot Youtube

Wir haben zehn unglaubliche Goldfunde ausgewählt und beginnen unsere Liste natürlich mit zwei Funden im «Gold-Tresor» der Schweiz – Klingnau im Zurzibiet:

1. Holzhauer fand 1905 im Klingnauer Wald eine Kiste voller Goldmünzen

Der damals 20-jährige Edmund Höchli stiess am 3. Februar 1905 beim Ausgraben eines Baumstocks im Aepelöh-Wald auf eine Kiste mit 829 Goldmünzen.

Der zirka sechs Kilogramm schwere Goldschatz ging ins Eigentum der Ortsbürgergemeinde Klingnau über, der das Land ja gehörte. Er bestand in grosser Mehrheit aus französischen Goldmünzen, sogenannten Louis d’or, aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Die zwölf Holzhauer erhielten 10 Prozent Finderlohn, pro Mann also 1657 Franken.

Eine grobe Schätzung der az ergibt einen heutigen Sammlerwert von 700'000 Franken für den Schatz. Wer den Goldschatz damals im Wald versteckte, ist ein Rätsel geblieben. Heute erinnert ein verwitterter und mit Moos bewachsener Gedenkstein im Aepelöh-Wald an den spektakulären Fund.

Im Aepelöh-Wald stiess der Klingnauer Edmund Höchli am 3. Februar 1905 beim Holzhauen auf eine Kiste mit 829 Goldmünzen.
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Edmund Höchli gilt als Entdecker des Goldfundes. Er war einer von elf Holzhauern, die im Wald arbeiteten. Ein zwölfter fehlte, erhielt aber auch einen Anteil vom Finderlohn.
Ein Gedenkstein zeugt heute vom spektakulären Fund. 824 Münzen verkaufte die Ortsbürgergemeinde nach dem Fund.
Diese fünf Goldmünzen behielt die Gemeinde als Andenken an den Fund.
Das Gold ging an die Ortsbürgergemeinde. Die Finder erhielten 10 Prozent Finderlohn.
Den Gedenkstein hat der ehemalige und verstorbene Klingnauer Förster Wilfried Höchli im Jahr 1967 gesetzt.
Die Inschrift erinnert an den Förster.
Wilfried Höchli wollte, dass der Goldfund nicht vergessen geht.
Die Holzhauer rodeten das Waldstück, das sich auf diesem Landwirtschaftsland befand.
Vor wenigen Jahren stürzten bei einem Sturm einige Bäume um. Die Forstamtmitarbeiter haben danach junge Eichen gesetzt.
Der Stein hat offensichtlich schon bessere Zeiten erlebt.
Der Münzfund wäre heute viel mehr wert. Grund: Damals machte das Gold den Wert aus, heute liegt der Sammlerwert deutlich über dem Goldwert.

Im Aepelöh-Wald stiess der Klingnauer Edmund Höchli am 3. Februar 1905 beim Holzhauen auf eine Kiste mit 829 Goldmünzen.

Philipp Zimmermann

2. Klingnauer Gemeindemitarbeiter finden 2012 einen Sack voller Goldbarren

Am 28. Juni 2012 fanden zwei Klingnauer Gemeindeangestellte beim Mähen an einem schmalen Fussweg zwischen Bahnlinie und Umfahrungsstrasse in einer Kuhle (siehe Bild unten) hinter einem Busch einen schweren weissen Plastiksack. Darin lagen 2,6 Kilogramm Goldbarren, die aktuell über 100'000 Franken wert sind.

Philipp Zimmermann

Der Bauamtsleiter und sein Lehrling rufen die Polizei an und kommen so ihrer Pflicht als Finder nach. Fünf Jahre später ist nach wie vor mysteriös, wie die zehn Goldbarren dorthin kamen. Ein Fingerabdruck auf dem Sack konnte einem 59-jährigen Mann aus Bosnien-Herzegowina zugewiesen werden. Doch das Gold kann der Mann nicht selbst am Fundort in Klingnau abgelegt haben.

Wer bekommt den Goldschatz nun? Ein juristisches Gutachten, das die Gemeinde in Auftrag gab, besagt: Das Gold geht am Mittwoch, 28. Juni 2017, in das Eigentum der Gemeinde über. Die Finder wiederum sollen einen angemessenen Finderlohn von 10 Prozent des aktuellen Wertes erhalten. Roland Müller, Professor für Arbeitsrecht an den Universitäten Bern und St. Gallen, sieht das anders: «Die Gemeindemitarbeiter werden nach fünf Jahren Eigentümer der Goldbarren.»

Hier wurden 2012 die Goldbarren entdeckt: Der Fundort befindet sich an einem Fussweg zwischen Bahnlinie und Umfahrungsstrasse.
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Dieses Bild von den Goldbarren veröffentlichte die Kantonspolizei, als der Fund im Juli 2013 publik wurde.
So sieht die Kuhle fast fünf Jahre später aus.
Hinter dem Strauch links vom Kandelaber lagen die Goldbarren in einem Plastiksack, als die beiden Gemeindemitarbeiter sie fanden.
Hinter diesem Strauch lag der Plastiksack mit dem Gold – wie lange, ist unklar.
Der Fundort liegt am Friedhofweg, doch der Friedhof befindet sich 300 Meter weit entfernt.
Der Fundort befindet sich am Friedhofweg. Dieser führt bei der Unterführung vorne links zum damaligen Standort der Poststelle (die später aufgehoben wurde), rechts zum Friedhof.
Rot markiert (Bildmitte) der Lichtmast beim Fundort. Der Fundort liegt neben der Umfahrungsstrasse, die am Klingnauer Städtchen vorbeiführt. Der Grenzübergang Koblenz-Waldshut ist nur 4,5 Kilometer entfernt.
So sieht es beim Fundort nachts aus.
Der Fundort im Juni 2017.

Hier wurden 2012 die Goldbarren entdeckt: Der Fundort befindet sich an einem Fussweg zwischen Bahnlinie und Umfahrungsstrasse.

Philipp Zimmermann/Kapo AG/Montage_az

3. 2015 findet eine 16-jährige Schülerin findet Goldbarren im Königssee – und darf ihn behalten

Am 7. August 2015 hatte eine 16-jährige Urlauberin aus dem deutschen Essen im Königssee in Oberbayern einen 500-Gramm-Goldbarren beim Schwimmen entdeckt und der Polizei Berchtesgaden übergeben.

Weil die Identifikationsnummer abgeschliffen worden war, konnte der Eigentümer nicht ermittelt werden. Ein Jahr nach dem Fund und nach Ablauf der gesetzlichen Frist durfte die Schülerin den Goldfund im Wert von zirka 16'000 Euro behalten.

4. Goldsucher findet 2016 in Australien einen 4-Kilo-Klumpen

Mit einem Suchgerät fand ein Goldsucher im Boden eines früheren Abbaugebiets im australischen Bundesstaat Victoria einen vier Kilogramm schweren Goldklumpen gefunden.

KEYSTONE/EPA AAP/MINELAB

Der Finder nannte schwere Nugget "Friday's Joy" (Freitagsfreude). Der Wert lag Schätzungen zufolge bei umgerechnet etwa 170'000 Euro. In den 1850er-Jahren herrschte in der auch "Goldenes Dreieck" genannten Region ein regelrechter Goldrausch.

5. Ende 2016 findet ein Franzose 100 Kilo Gold in geerbtem Haus

Beim Ausräumen eines geerbten Hauses in Nordfrankreich fand ein Mann 2016 insgesamt 100 Kilogramm Gold mit einem Wert von 3,5 Millionen Euro. Die 5000 Goldstücke, zwei Barren à zwölf Kilo und ein 37 Kilo schwerer Barren waren im Haus gut versteckt.

In den Erbschaftsdokumenten war nichts erwähnt. Aber das Gold war in den 1950er- und 1960er-Jahren legal erworben worden, denn es wurden alle Echtheits-Zertifikate gefunden.

Wermutstropfen für den Finder: Er musste dem französischen Fiskus 45 Prozent Erbschaftsteuer abdrücken.

6. Alten Sowjet-Panzer auf eBay für 30'000 Pfund ersteigert – und fünf Goldbarren für 2 Mio. £ gefunden

Im April 2017 ersteigerte der 55-jährige Brite Nick Mead auf eBay einen alten sowjetischen Panzer (T54/69), der 1990 von der irakischen Armee im Zweiten Golfkrieg eingesetzt worden war. Der Sammler von Militärfahrzeugen (er besitzt 150) zahlte dafür 30'000 Pfund (rund 37'500 Franken).

Beim Restaurieren fand er im Tank des Panzerdieselmotors fünf Goldbarren à je 5,5 Kilogramm im Wert von rund zwei Millionen Pfund.

youtube.com

Der Brite glaubt, dass das Gold von Plünderungen irakischer Soldaten in Kuwait stammt. Er meldete den Fund der Polizei. Beamte nahmen die Goldbarren zur Analyse und gegen Quittung mit. Vermutlich wird Finder Mead den Goldschatz nicht behalten dürfen.

7. Deutsche Bauarbeiter graben Goldbarren aus

Überraschender Fund bei Abrissarbeiten in Ostbayern: Bauarbeiter haben 2015 auf einem Privatgrundstück in der Stadt Passau Goldbarren mit der Aufschrift «Schweizer Bank» ausgegraben.

Zur Verfügung gestellt

Der Wert des Schatzes kratzt an der Millionen-Grenze. Ein vor 17 Jahren verstorbener kinderloser Juwelier, der viele Jahre im abgerissenen Haus wohnte, hatte das Gold dort vergraben.

Die Aufteilung des Schatzes konnte per aussergerichtlicher Einigung erzielt werden: Noch lebende Verwandte des Juweliers, der aktuelle Grundstückseigentümer und ein früherer Grundstückseigentümer teilen den Millionen-Fund. Letzterer sagte, er habe nur das Grundstück an den heutigen Eigentümer verkauft, nicht aber das Inventar darauf.

8. Ehrlicher Handwerker findet Goldschatz beim Renovieren

Ein 38-jähriger Fliessenleger fand 2012 in Hannover bei Renovationsarbeiten in einer Mietwohnung einen Goldschatz. Dieser war in Plastiktüten hinter den Bodenblenden der Einbauküche versteckt.

Der ehrliche Handwerker lieferte den kiloschweren Goldbarren, rund zwei Kilo Goldmünzen, Silbermünzen und wertvolles Besteck den Besitzern ab. Wert: über 100'000 Euro. Finderlohn: drei Prozent oder über 3000 Euro.

9. Goldfund auf dem Friedhof – Kirchgemeinde und Finder streiten über Eigentum

Im Juni 2016 fand ein Gärtner auf einem Friedhof in Niedersachsen sechs Plastikbehälter mit Goldmünzen und Euro-Noten, als er mit einem Bagger eine Hecke aus dem Boden riss.

Der Wert des Fundes liegt bei etwa einer halben Million Euro. Als neun Monate nach dem Fund sich der Besitzer des Schatzes nicht gemeldet hatte und die gesetzliche Frist abgelaufen war, glaubte die Stadt Dinklage, sie könne als neuer Eigentümer den Schatz verkaufen – was eine willkommene Finanzspritze für die Stadtkasse bedeuten würde.

Doch im Mai 2017 sah es danach aus, als würde das Schicksal des Friedhofgoldes vor Gericht entschieden: Auch der Bauarbeiter und Finder der Dosen sowie die Kirchengemeinde, welcher der Friedhof gehört, beanspruchen ihren Teil am Schatz und wollen ihre Ansprüche juristisch durchsetzen.

10. Goldfund auf Flugzeug-Toilette

Dort erwartet man definitiv keinen Goldschatz: auf dem stillen Örtchen hoch in der Luft. Doch genau das ist geschehen: Putzkräfte fanden 2013 in Neu Dehli beim Reinigen der Flugzeugtoilette einer indischen Airline zwei mit Goldbarren gefüllte Taschen gefunden.

Die 24 Goldbarren à je einem Kilo hatten einen Wert von rund einer Million Franken und stammten dem Stempel nach aus Dubai. Wer den Goldschatz im Flugzeug vergessen hatte, ist bisher nicht bekannt.

Beim Reinigen der Flugzeugtoilette einer indischen Airline haben Putzkräfte zwei Taschen, gefüllt mit Goldbarren, gefunden. Zu dem vergesslichen Besitzer oder ob es sich um Schmuggelware handelt, gab es keine Hinweise.

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