Vielen dürfte das Spiel «Völkerball» noch ein Begriff sein. Ziel des Ballsports, der bis heute an vielen Schulen gespielt wird: Den Gegner mit einem Ball zu treffen und so ins Aus zu befördern.

Doch nun regt sich Widerstand gegen das Spiel: Ein Forscherteam aus Kanada hat herausgefunden, dass Völkerball «unterdrückend» und «entmenschlichend» wirke, wie die «Washington Post» schreibt. Für die Studie führten die Wissenschaftler Interviews mit zwölf- bis 15-jährigen Schülern. Völkerball im englischen als «Dodgeball» bezeichnet, wurde dabei immer im negativen Kontext erwähnt.

Gemäss Joy Butler, eine Autorin der Studie und Professorin an der Universität British Columbia, würden viele Lehrer Völkerball als ungezwungene Vorbereitung für das «reale Leben» sehen. «Völkerball ist aber gleichzusetzen mit legalisiertem Mobbing, so Butler in einem Interview mit dem Sender CBC. Gerade stärkere Schüler würden das Spiel ausnützen, um schwächere Klassenkameraden zu schikanieren. Butler kritisiert allen voran die Botschaft des Spiels: «Völkerball vermittelt den Schülern, dass es okay ist, andere zu verletzen.»

Lehrer sollen Alternativen suchen

Das Forscherteam um Butler, die selbst langjährige Lehrerin ist, fordert nun andere Lehrer dazu auf, in Zukunft auf Völkerball im Schulsport zu verzichten. «Es gibt Alternativen mit denen sich Kinder nicht beibringen, dass es in Ordnung ist, andere Menschen zu schikanieren», erklärt Butler. In Amerika hätten sich bereits einige Schulen Völkerball aus dem Lehrplan gestrichen.

In den sozialen Netzwerken wird die Meldung bereits rege diskutiert. Viele User berichten ebenfalls von negativen Erlebnissen, die sie während des Schulsports gemacht haben.