Leben
Übernachten in der Schweiz: Hier schläft man auch in Zürich bei offenem Fenster ruhig

Im Hotel Josef finden Businessreisende mit Stil die perfekte Übernachtungsmöglichkeit. Der Preis ist angemessen.

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Mitten in Zürich und doch genug ruhig: das Hotel Josef.

Mitten in Zürich und doch genug ruhig: das Hotel Josef.

Bilder: zVg

«Die kleine, artige Schwester der Europaallee», beschrieb die NZZ kürzlich die Zollstrasse im Zürcher Kreis 5. Direkt an den vielen Gleisen Richtung Westen gelegen, war «HB Nord», wie die SBB das Gebiet getauft hat, eine unscheinbare Transitpassage: Vom Hauptbahnhof Richtung Langstrasse. Doch die Strasse hat sich in den letzten Monaten massiv verändert. Ein neues Quartier wurde hochgezogen. Schuppen abgebrochen und Überbauungen hingestellt. Sie sind hier weniger pompös, niedriger, verwinkelter als an der Europa­allee. Nun sind die 140 Wohnungen fertiggestellt, die Ladenflächen vermietet, neue Restaurants haben eröffnet.

Und mitten in dem aufgewerteten Quartier steht ein kleines Hotel, eines, dass schon lange dasteht, aber fast vergessen ging: Die Candrian-­Gruppe hat sich das «Josef» zu Eigen gemacht und rechtzeitig aus dem Dornröschenschlaf geküsst. Schick sieht es nun aus in dunklem Grün und der Kaffee-Bar Il Baretto im Erdgeschoss. Das «Josef» ist in Zürich noch ein Geheimtipp. So viel Stil bekommt man in dieser Stadt sonst nur für mehr Geld pro Nacht. Und gut gelegen ist das Haus auch. Keine drei Minuten hat man bis zum Hauptbahnhof, nicht viel länger zur Langstrasse. Und doch steht das Hotel mit seinen 32 Zimmern genug weit weg vom Lärm und der Geschäftigkeit der Stadt.

Die Boxspringbetten des Hotel Josef sind bequem und wirken nobel.

Die Boxspringbetten des Hotel Josef sind bequem und wirken nobel.

Bilder: zVg

Selbst bei offenem Fenster liess es sich ruhig schlafen. Im Sommer könnte sich das ändern. Dann, wenn der ­Brunnen auf dem neuen Plätzchen vor dem Hotel plätschert, die frisch gepflanzten Bäume erste Blätter tragen und auf den Treppen und den Holzbänken die neuen Quartierbewohner die lauen Abende geniessen. Dann macht es aber noch mehr Freude, auf einem der kleinen Hotelbalkone zu sitzen und sich einen letzten Drink zu genehmigen. Allzu spät sollte man aber im «Josef» nicht ins Bett. Dafür sind die grossen Boxspringbetten einfach zu bequem und das Innendesign der Zimmer zu clever. Zwar sind selbst die Superior-Rooms nicht riesig, aber dank durchdachter Holzeinbauten wie kleine Studios eingerichtet: Koch­nische mit Kaffeemaschine, bequeme Sessel und eine Garderobe mit Stauraum inklusive. Das stilvolle Bad und die hochwertigen, dicken Vorhänge tun das ihrige, damit man sich gut aufgehoben fühlt.

Einen Wermutstropfen gibt es. Für das Frühstücksbuffet muss man ins Schwesterhotel Montana nebenan wechseln. «Il Baretto» im Untergeschoss serviert zwar den besseren Espresso, aber er ist im Zimmer­preis nicht inbegriffen. Auch müsste «Il Baretto» seine Schliesszeiten im Sommer ausdehnen. Neun Uhr abends ist für Zürich und für eine so gemütliche Bar einfach viel zu früh.

CH Media

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