Schweiz-Tipp
«Übernachten in der Schweiz»: Das Grand Hôtel des Rasses in Sainte-Croix (VD)

Im Grand Hôtel des Rasses geniessen Gäste entspannende Nächte zwischen Berggipfeln – und werden in die Belle Epoque zurückversetzt.

Annika Bangerter
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Das Grand Hôtel des Rasses steht inmitten eines grosszügig angelegten Parks.

Das Grand Hôtel des Rasses steht inmitten eines grosszügig angelegten Parks.

Bilder: Keystone, zvg

Im Zug, der sich von Yverdon zur jurassischen Gemeinde Sainte-Croix VD hochschlängelt, lässt sich bereits kurz vor dem Dorfeingang ein erster Blick auf das Grand Hôtel des Rasses erhaschen. Auf der anderen Talseite thront es majestätisch auf einem ­Vorsprung der Jurakette. Hinter dem Hotel breitet sich der Wald über den Hügel aus, vor ihm liegt eine grüne Wiese.

Die Wiese: Sie passt nicht zum Prospekt, der im Winter ein verschneites Haus verspricht, aus dessen grossem Fenster warmes Licht dringt und das von Langlauf-Loipen umgeben sein soll. Auf 1200 Metern über Meer ist es an diesem Februartag so warm, dass die Gäste auf der Terrasse sitzen. Weiss ist hier einzig der Zucker, der in den Kaffee rieselt.

Man muss noch nicht viel vom Hotel gesehen haben, um zu wissen: Diese Terrasse wird zu einem Lieblingsort in Sainte-­Croix. Die Fernsicht ist ­grandios, das Panorama spektakulär. Die Gipfel der Alpenkette türmen sich ­vis-à-vis am Horizont auf: vom Montblanc in Frankreich bis zu Eiger, Mönch und Jungfrau.

Das Grand Hôtel des Rasses steht inmitten eines grosszügig angelegten Parks.

Das Grand Hôtel des Rasses steht inmitten eines grosszügig angelegten Parks.

Bilder: Keystone, zvg

Die Alpen sehe man auch im Herbst, wenn über dem Genfer- und Neuenburgersee dicker Nebel liege, sagt Hoteldirektor Patrice Bez. Aufgewachsen im Nachbardorf, kennt er das Hotel von klein auf. Als Jugendlicher hat er in den Schulferien auf dem hoteleigenen Minigolfplatz Glace verkauft.

Dieser Minigolfplatz ist bis heute in Betrieb. Zudem gehören ein Tennisplatz und ein Schwimmbad zum Hotel. Letzteres wurde in den 1960er-Jahren gebaut. Seiner Zeit entsprechend durchbricht es den Belle-Epoque-Stil des Hauses. Dieser lässt sich umso mehr im wunderschönen Speisesaal mit seinen lachsfarbenen Wänden, der mit Stuckatur verzierten Decke und den Kronleuchtern bewundern. Trotz des historischen Glanzes ist die Stimmung unkompliziert. Wer Jeans trägt, fühlt sich nicht deplatziert. Das gilt für das ganze Hotel: Es bietet zwar Belle-Epoque, aber ohne allzu grossen Pomp. Die Gäste ziehen tagsüber mit Wanderschuhen los und spielen abends im Salon Karten.

Dass die Renovation des Gebäudes teuer ist, daraus machen die Betreiber keinen Hehl. Eine kleine Tafel im Zimmer informiert: Es wird nach Stockwerk, nach Gästebereichen und nach Notwendigkeit saniert. Im Dreisternehotel gibt es sowohl Standardzimmer ohne Belle-Epoque-­­­ Elemente als auch historische Zimmer. In Letzteren lässt sich etwa in einem roten Lehnsessel von 1880 fläzen oder sich an einem Frisiertisch von 1930 hübsch für die Rückreise machen. Für jene Fahrt, auf der man dem Grand Hôtel des Rasses einen letzten Blick aus dem Zug zuwirft.

CH Media

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