Mario Gmür und Hans-Jakob Boesch in der Diskussion um das Geldspielgesetz.

TeleZüri /
CH Media Video Unit

TalkTäglich
Das Geldspielgesetz – eine Einladung für Spielsüchtige?

Geldspielautomaten sollen in Zürich wieder erlaubt werden. Ein ehemaliger Spielsüchtiger erzählt, wie er den Geldspielen verfallen ist. Es diskutieren Mario Gmür, Zürcher Psychiater und Hans-Jakob Boesch, Präsident der FDP Zürich.

Merken
Drucken
Teilen

Ein Gewinn im Black Jack mit 18 Jahren veränderte das Leben von K. für immer: Es trieb ihn in die Spielsucht. Nach Jahren der Vertuschung und der Geldnot ist K. heute «trocken». Geldspielautomaten sollen nun in Zürcher Beizen wieder erlaubt werden – so will es die Umsetzung des Geldspielgesetzes auf kantonaler Ebene. Das Verbot von Geldspielautomaten im Kanton Zürich sei schlicht nicht mehr zeitgemäss, sagt der Zürcher Regierungsrat.

Das Problem sind die asymmetrisch eingestellten Automaten

Mario Gmür ist gegen das neue Spielgesetz. Er zeigt auf, wie verheerend sich eine Spielsucht auf Personen auswirken kann und fügt an: «Wenn Personen schliesslich bereit sind, in eine Therapie zu kommen, ist es meisten etwas zu spät. Die Personen sind dann seelisch, finanziell und sozial schon völlig zertrümmert.»

Er merkt zudem an, dass es bei Spielautomaten nie nur um Geschicklichkeit gehe: Nur in der ersten Phase handle es sich um ein Geschicklichkeitsspiel. In der zweiten Phase sei der Erfolg dann ausschliesslich Glückssache, also dem Zufall überlassen. Und hier liege das Problem: Diese Automaten seien, wie alle Glücksspiele, asymmetrisch eingestellt, sprich: Bei wiederholtem Spielen kann eine Person nur verlieren.

Hans-Jakob Boesch ist anderer Meinung. «Es gibt viele, die mit Geschicklichkeitsspielen umgehen können», sagt der Präsident der FDP Zürich. Man solle diesen Personen die Möglichkeit zu solchen Spielen nicht vorenthalten. Er zieht Parallelen zum Alkoholkonsum: Auch hier gebe es gewisse Personen, die nicht massvoll damit umgehen können und eine Sucht entwickeln. Trotzdem könne die Mehrheit der Leute vernünftig mit Alkohol umgehen, weshalb der Konsum auch nicht verboten sei. Ausserdem verweist er darauf, dass umliegende Kantone, wo Spielautomaten zugelassen sind, keine Probleme hätten. (lzu)