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Studie an Affen zeigt: Je grösser das Gehirn, desto komplexer das Fingerspitzengefühl

Schimpansen erlernen komplexe Fingerfertigkeiten, weil sie ein grösseres Gehirn als andere Affenarten haben.

Schimpansen erlernen komplexe Fingerfertigkeiten, weil sie ein grösseres Gehirn als andere Affenarten haben.

Affenarten mit grossen Gehirnen beherrschen schwierigere Handgriffe als solche mit kleinen. Bei Menschen dauert das Erlernen des Werkzeuggebrauchs am längsten, wie die Universität Zürich zeigt.

(sku) Menschen sind sehr geschickt mit ihren Händen. Aber sie brauchen auch sehr lange, bis die verschiedenen Fingerfertigkeiten erlernt sind. So dauert es beispielsweise rund sechs Jahre, bis Kinder Schnürsenkel binden können. Viele Affenarten haben in diesem Alter bereits den ersten Nachwuchs. Forschende der Universität Zürich (UZH) haben deshalb erforscht, weshalb Menschen im Vergleich zu ihren nächsten Verwandten so viel länger brauchen, um feinmotorische Fertigkeiten auszubilden. Wie die UZH am Freitag mitteilte, liegt die Erklärung in der Grösse des Gehirns.

Affenarten mit grossen Gehirnen wie Makaken, Gorillas oder Schimpansen könnten demnach mit ihren Händen viel schwierigere Aufgaben lösen als solche mit kleinen Gehirnen wie Lemuren oder Krallenaffen. Sie haben jedoch auch länger, bis sie selbst einfachste Hand- und Fingerbewegungen erlernt haben, da sie später mit dem Erlernen beginnen würden.

Die Forschenden vermuten, dass grosse Gehirne wie jenes des Menschen bei der Geburt noch weniger weit entwickelt sind. Die Studie würde zeigen, dass nur diejenigen Säugetierarten ein grosses Hirn und komplexe Fingerfertigkeiten entwickeln konnten, welche auch lange leben und somit genügend Zeit zum Lernen haben.

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