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Sportversion des Audi A3: ein Alltagsbegleiter in neuem Look

Die Sportversion des A3 setzt eine Erfolgsgeschichte fort. Wir haben den neuen Audi S3 getestet. Das Ergebnis überrascht.

Philipp Aeberli
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Traktion hat Tradition: Der Audi S3 ist – selbstverständlich – nur mit Allradantrieb zu haben.

Traktion hat Tradition: Der Audi S3 ist – selbstverständlich – nur mit Allradantrieb zu haben.

David Künzler

1999 schickte Audi erstmals einen S3 auf die Strasse: natürlich mit Allrad und zunächst 210 PS starkem Turbomotor. ­Damals war der S3 eine Ausnahmeerscheinung: Kompakte Sportmodelle mit Allradantrieb waren eine Seltenheit. Ein Grundstein für den Erfolg dieses Modells, gerade in der Schweiz. Noch heute sieht man die S3 der ersten Generation regelmässig auf der Strasse; vermutlich, weil sich die Besitzer nur schwer von diesem Auto trennen können.

Mit seinen kompakten Abmessungen, genügend Leistung und Allradantrieb ist er für fast jede Situation gerüstet – und wohl deswegen ein geschätzter Alltagsbegleiter. In mehr als 20 Jahren Entwicklung hat sich freilich vieles geändert, doch das Grundrezept bleibt beinahe unverändert. Auch in der neuesten Generation arbeitet ein Vierzylinder- Turbomotor, inzwischen allerdings mit 310 PS. Damit gelingt der Sprint auf 100 km/h in 4,8 Sekunden; das war 1999 noch ein Wert, den nur teure Sportwagen erreichten.

Seine Leistung gelangt über ein 7-Gang-DSG-Getriebe an alle vier Räder, eine Handschaltung gibt es nicht mehr. Dafür zwei zusätzliche Türen: War der erste S3 ausschliesslich als Dreitürer zu haben, gibt es Generation vier nur noch als Fünftürer oder Limousine. Damit ist er im Alltagsnutzen genauso praktisch wie jeder andere Kompaktwagen – ganz ohne Einschränkung. Denn auch der Fahrkomfort ist für ein Sportmodell sehr hoch; die Federung nimmt auch grobe Unebenheiten auf, der Motor ist angenehm zurückhaltend und leicht zu lenken.

Der Verbrauch liegt, bei vorausschauender Fahrweise bei 7,5 l/100 km – das deckt sich fast mit der Werksangabe von 7,4 l/100 km. Dass man ein S-Modell fährt, merkt man erst auf Knopfdruck. Im «Dynamic»-Modus wird der Klang über die Lautsprecher im Innenraum etwas gar künstlich verstärkt, Fahrwerk und Lenkung werden deutlich direkter und der Motor wacher – und der S3 liefert genau das, was man von ihm erwartet: Er ist schnell und gleichzeitig sicher und fahrstabil unterwegs; dabei ist es fast egal, auf welchem Untergrund.

Audi S3
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Audi S3
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David Künzler

Harte Konkurrenz bei den kompakten Sportlern

Die Tradition des S3 wird mit der neusten Generation also passend fortgesetzt. Allerdings ist der Audi nicht mehr allein: Mit dem M135i von BMW und dem AMG A35 von Mercedes gibt es zwei Konkurrenten mit fast identischer Leistung – und ebenfalls mit Allrad­antrieb und zu ähnlichen Preisen.

Der Preis ist schliesslich der Haken am neuen Audi S3: Mindestens 60100 Franken kostet der kompakte Sportler. Selbstverständlichkeiten wie eine Rückfahrkamera, schlüsselloser Zugang oder adaptive Fahrwerksdämpfer kosten extra – sodass der Preis schnell über 75000 Franken steigt. Auch für einen vielseitig begabten Kompaktwagen wie den neuen S3 viel Geld.

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