Virus

So sollen die Zika-Mücken unfruchtbar gemacht werden

Das Zika-Virus wird durch Stiche der Tigermücken übertragen.

Das Zika-Virus wird durch Stiche der Tigermücken übertragen.

Das Zika-Virus breitet sich weiter aus. Nun greift die Internationale Atomenergie-Organisation in den Kampf gegen die Mücke ein.

«In jedem europäischen Land, in dem die Stechmückengattung Aedes vorkommt, gibt es ein Risiko für die Ausbreitung des Virus», sagt WHO-Regionaldirektorin Zsuzsanna Jakab laut einer Medienmitteilung.

Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) bietet mit der Sterile Insect Technique (SIT) – was auf Deutsch so viel wie Insektensterilisierungstechnik bedeutet – ihre Hilfe an.

Die IAEO hat die verheissungsvolle Methode zusammen mit Experten der Vereinten Nationen entwickelt: Millionen männliche Mücken werden im Labor gezüchtet, ionisierenden Strahlen ausgesetzt und dadurch unfruchtbar gemacht.

KARTE ZIKA-VERBREITUNG

Aus den Eiern schlüpft nichts mehr

«Es ist eine Art Familienplanung», sagt Jorge Hendrichs von der IAEO gegenüber der DPA. Die rein physikalische Methode würde die Tiere nicht radioaktiv machen oder genetisch verändern. Man könne es sich eher wie einen Röntgenstrahl vorstellen, ergänzt sein Kollege und stellvertretender IAEO-Generaldirektor Aldo Malavasi an der Pressekonferenz.

Die unfruchtbaren Männchen setze man in wöchentlichen Perioden frei, damit sie sich mit den weiblichen Mücken paaren. Zwar werden diese weiterhin ihre Eier legen, doch schlüpft nichts mehr daraus.

CARDS Das Zika-Virus

«Die Methode ist nicht neu, und sie ist eine von vielen», erklärt der Experte Christoph Hatz vom Tropeninstitut Basel. Wichtig für den notwendigen raschen Erfolg bei allen Methoden seien die Machbarkeit, die Umweltverträglichkeit und die Wirksamkeit solcher Massnahmen.

«Falls Brasilien eine grosse Menge von sterilisierten Mücken freisetzen kann, würde es ein paar Monate dauern, um die Population zu verkleinern», meint Malavasi.

Doch müsse die Sterilisationstechnik mit anderen Massnahmen kombiniert werden. Denn bei den vom Zika-Virus infizierten Aedes-Mücken stechen nur die Weibchen. Sie saugen Blut, weil sie Nährstoffe für ihre Eier brauchen. Mit dem Zerstören ihrer Brutstätten und dem vermehrten Einsatz von Pestiziden soll den «Femmes fatales» der Garaus gemacht werden.

Während sich in Brasilien die bestätigten Mikrozephalie-Fälle bei Babys deutlich vermehrt haben, erhöhte sich in Kolumbien die Zahl der Kranken mit dem Guillain-Barré-Syndrom – die aufsteigende Lähmung. Davon sind rund 2 bis 3 Personen von 1000 Zika-Infizierten betroffen.

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