Forschung
Schweizer Projekt: Masken, welche das Coronavirus abtöten

Schweizer Forscher arbeiten gemeinsam an einem Projekt, um Masken wiederzuverwerten und besseres Schutzmaterial zu entwickeln.

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Die Empa möchte, dass Schutzmasken wiederverwertet werden können.

Die Empa möchte, dass Schutzmasken wiederverwertet werden können.

Ollie Millington / Getty Images Europe

Schutzmasken sind in aller Munde, auch wenn deren Wirksamkeit wissenschaftlich nicht belegt ist. In bestimmten Situationen können sie aber ihren Zweck erfüllen, zum Beispiel bei Risikopersonen oder dem Pflegepersonal. Forscher der Eidgenössischen Material- und Prüfungsanstalt Empa, der ETH Zürich, der ETH Lausanne und des Labors Spiez haben gemeinsam mit Partnern aus dem Gesundheitswesen und der Industrie das Projekt «ReMask» gestartet.

Zu «ReMask» gehören verschiedene Projekte: Technologien zur Wiederverwendung von vorhandenen Masken, die inländische Produktion effizienter Schutzausrüstungen und die Entwicklung alternativer Masken mit neuen Eigenschaften, um Viren zu binden und abzutöten.

In den Empa-Labors laufen bereits Forschungsprojekte für die Wiederverwendung von Masken, die einen nachhaltigeren Umgang mit den Materialressourcen ermöglichen. Die Forscher müssen dabei herausfinden, wie sich die Masken zerstörungsfrei sterilisieren lassen, wie sie haltbar gelagert werden können und wie sich ihre Effektivität auch nach mehrfachem Gebrauch nachweisen lässt.

Entwickelt werden sollen auch neuartige Masken und Maskenteile. Auf der Innen- und Aussenseite herkömmlicher Masken werden zusätzliche Schichten deren Langlebigkeit und Funktionalität verbessern. Eine Wasser-bindende Schichtauf der Innenseite der Masken wird die Feuchtigkeit aus dem Atem des Trägers binden.

Beschichtung soll Virus binden

Auf der Aussenseite hingegen soll das Coronavirus gezielt geblockt werden. Bekannt ist bereits, dass die Kronen-artige Erregerhülle elektrisch negativ geladen ist. «Eine Beschichtung von Fasern oder Membranen, die positiv geladen ist, würde das Virus an der Aussenseite der Maske elektrostatisch binden und somit blockieren», erklärt René Rossi von der Empa St.Gallen. Ausserdem wollen die Forscher Textilien mit Virus-abtötenden Eigenschaften entwickeln. Rossi: «Wir verfolgen mehrere Ansätze, mit denen sich Coronaviren, die auf dem Textil landen, inaktivieren lassen.»

Aufgebaut wird hierbei auf einem Vorgängerprojekt. Innerhalb dieses Projekts der Empa und der EPFL, wurde ein Mundschutz entwickelt, der mit einer neuartigen Filterfolie ausgestattet ist. Standhalten müssen diese neuartigen, robusteren und leistungsfähigen Masken ebenfalls den Testverfahren, die jetzt schon für gebrauchte Masken implementiert werden.

Diese Woche hat die Empa bereits einen neuartigen optischen Bio-Sensor zum Nachweis des Coronavirus vorstellt, der die Virenkonzentration in der Umwelt misst.

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