Querbeet-Kolumne
Viel zu viele Helfer im Werkzeugschuppen

Wer viel gärtnert, kauft gerne Utensilien, die eigentlich nicht nötig wären. Dabei braucht es nur wenig für einen grünen Garten.

Silvia Schaub
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Bestens ausgerüstet: Auf das richtige Equipment kommt es an.

Bestens ausgerüstet: Auf das richtige Equipment kommt es an.

Bild: Getty Images

Als ich neulich meinen Schuppen inspizierte, um für die neue Saison etwas Ordnung zu schaffen, bin ich über das Ausmass an Gartenwerkzeugen fast erschrocken. Was sich da alles über die Jahre angesammelt hat! Schaufeln, Spaten, Ein- bis Dreifachhacken, Beile, Rechen, Spitzhacken, Astscheren, Grabgabel, Unkraut­stecher, Gartenscheren, Handharke, Wurzelstecher. Unglaublich!

Und was alles brauche ich davon regelmässig? Höchstens ein halbes Dutzend. Weniger scheint mir hier mehr zu sein. Auch wenn mir gerade der über 200 Seiten dicke Gartenkatalog von Manufactum allerlei nützliche Utensilien schmackhaft machen möchte.

Was gehört alles zur Grundausstattung für Einsteiger? Auf jeden Fall ein guter Spaten. Damit lassen sich Beetränder stechen, Pflanzlöcher ausheben, Stauden teilen, Karotten und Kartoffeln ernten und Beete umgraben. Manche Hobbygärtner schwören auf ein Exemplar aus Kupfer. Das Edelmetall soll den Wasserhaushalt positiv beeinflussen, weil Kleinstteile davon in den Boden gelangen. Die Anschaffung ist zwar teurer, doch Kupferwerkzeuge sind langlebiger – und leichter als Eisen.

Unerlässlich sind des Weiteren Grabgabel, Rechen und Kräuel, um Saat- und Pflanzflächen vorzubereiten sowie Kompost und Dünger einzuarbeiten. Je nach Boden lohnt sich auch eine sogenannte Wiedehopfhaue, die Axt und Hacke vereint.

Das Werkzeug ist besonders praktisch für Arbeiten in stark verwurzelten Böden, weil man mit der Hacke die Erde aufbrechen und mit der Axt die Wurzeln durchtrennen kann. Und natürlich darf auch eine Pendelhacke nicht fehlen. Sie ist ideal, um der Beikräuter Herr zu werden. Wer mit ihr häufig im Garten unterwegs ist, lockert damit auch gleich den Boden.

Auch die Pflege der Werkzeuge sollte nicht vergessen werden

Das Werkzeug, welches ich am meisten in der Hand habe, ist die Gartenschere. Ein Klassiker ist die Felco 2, auf die auch Profis schwören. Damit lassen sich alle Schnittarbeiten erledigen – an Sträuchern, Büschen, Bäumen, Rebstöcken und Schnittblumen. Inzwischen kann man die Gartenscheren sogar ganz individuell nach Handgrösse, Schnittdicke, Links- oder Rechtshändigkeit und Einsatzart auswählen.

Ein Wort zur Pflege der Gartenwerkzeuge: An sich ist das eine Arbeit, die man zu Saisonende erledigen sollte. Falls Sie es noch nicht getan haben, ist jetzt auch noch Zeit. Die Werkzeuge für die Bodenbearbeitung sollten mit etwas Wasser und einer Bürste von Erde befreit werden. Die Klingen von Schneidwerkzeugen mit etwas Spiritus von anhaftendem Pflanzensaft reinigen, nachschärfen, falls nötig.

Auch die Stiele und Griffe gehören feucht abgewischt und anschliessend mit einer feinen Schicht Leinöl ­aufgefrischt. Zuletzt ein guter Tipp: Schauen Sie hin und wieder in Ihren Werkzeugschuppen – vor allem, bevor Sie ins Gartencenter fahren, um dort neue Werkzeuge zu kaufen. Manches steht vielleicht schon bei Ihnen herum, anderes kann ausgeliehen werden.