Aufgeklappt

Mehr Prototyp als marktfähiges Smartphone? Wir haben das Samsung Galaxy Fold getestet

Sind faltbare Smartphones die Zukunft? Wir haben das Samsung Fold genauer angeschaut. Es liegt gut in der Hand, auch wenn es noch dicker und schwerer ist als erwartet. Der grösste Makel ist aber nicht das Gewicht.

Bisher hat Samsung das Galaxy Fold nur aus der Ferne auf der Bühne gezeigt. Anfassen war strengstens verboten. Das liess schlimmes vermuten: Ziert sich Samsung, das Gerät aus den Händen zu geben, weil es nicht taugt, was der Hersteller verspricht? Ist es noch mehr Prototyp als marktfähiges Produkt?

Nun konnten wir das faltbare Smartphone zum ersten Mal einem kurzen Test unterziehen. Wir können Entwarnung geben. Das Fold macht sich ganz gut. Es gibt aber noch einiges zu verbessern. Drei Erkenntnisse.

Das Gehäuse

Zusammengefaltet weist das Fold eine längliche Form auf. Das 4,6-Zoll Display bedeckt bei Weitem nicht die ganze Vorderseite, sondern wird von einem breiten Rand umgeben.Das Gerät ist ziemlich dick – ungefähr so wie zwei Smartphones, die man aufeinander legt. Ins Auge fällt ein Spalt und zwar dort, wo das grosse Display zusammengefaltete wird, das sich im Innern des Geräts verbirgt. Ein unschöner Makel, den die Ingenieure in einer nächsten Version unbedingt beheben müssen.

Samsung hat das Galaxy Fold ausgewählten Internetstars zukommen lassen.

Nimmt man das Fold aber in die Hände, fühlt es sich erstaunlich hochwertig an. Es ist aber auch merklich schwerer als ein herkömmliches Smartphone. In die Tasche passt es allerdings aufgrund der schmalen Form ebenso gut.

Das Display

Faltete man das Gerät auf, kommt ein fast quadratisches 7,3-Display zum Vorschein. Die Form ist ungewöhnlich; die ausprobierten Apps sowie der Browser passt sich aber bereits erstaunlich gut an die Breite an. Anders als bei traditionellen Smartphones besteht das Display nicht aus Glas, sondern aus Plastik - nur so ist es möglich, den Bildschirm zu falten. Das merkt man, wenn man mit dem Finger darüber wischt. Es fühlt sich aber besser an, als wir uns das vorgestellt haben.

Wer mit dem Finger tastet, spürt eine Naht, dort wo der Bildschirm gefaltet wird. Je nach Lichtverhältnis sieht man die auch. Sie stört aber weder beim Tippen und Wischen noch beim Betrachten von Fotos und Videos.

Die Software

Bei der Nutzung lässt sich umstandslos vom kleinen zum grossen Display wechseln. Hat man eine App - etwa Goolge Maps - auf dem kleinen Display geöffnet und öffnet das Gerät, so wird das genau gleiche Bild auf dem grossen Bildschirm angezeigt. Das klappt auch mit Videos. Nur die Instagram-App sprang beim Öffnen des Geräts wieder an den Anfang zurück.

Auf dem grossen Bildschirm lassen sich auch mehrere Apps gleichzeitig öffnen. Einzelne Fenster werden mit einem einfachen Wisch hinzugefügt. Das geht ziemlich intuitiv.

Fazit

Das Konzept des Folds funktioniert. Es ist ein edles Gerät mit einem störenden Spalt. Leider ist es etwas dick und schwer. Für die erste Version einer neuen Gerätekategorie ist das aber schon ganz gut.

Das Fold kann ab dem 26. April vorbestellt werden. Am 3. Mai kommt es in den Handel. Der Preis: Fr. 2050.-

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