«Ich habe keine Angst mehr», sagt Dominik Wolfinger. Und tatsächlich: Die riesige, haarige Sophie krabbelt über seine Hände, Unterarme und zum Schluss sogar über seine Schulter. 

Bis dahin war es aber ein langer Weg. Er begann bereits in der Kindheit, so lange schon hat der gebürtige Liechtensteiner Angst vor Spinnen. Und endete mit einem Gefühlsbad im Seminar im Zoo Zürich. Ein Reporter der Sendung «tierisch» hat ihn begleitet.

Im Seminar gibt es zuerst Aufklärung in Form von vielen Informationen über Spinnen – wie ihre Körper aufgebaut sind, ihr Netz und was sie den ganzen Tag tun. Vor allem aber auch, dass die achtbeinigen Krabbler nicht die Absicht haben, uns Menschen anzugreifen. «Für Spinnen sind wir Menschen eigentlich sehr uninteressant», sagt Kursleiter Samuel Furrer.

«Ich will sie wirklich berühren»

Laut Studien haben rund 20 Prozent der Schweizer Angst vor Spinnen. Psychologe André Angstmann erklärt den Teilnehmern, woher die Angst kommt. «Angst lässt sich durch Konfrontation bearbeiten», sagt er. Wer ein solches Lernprogramm während drei bis sechs Wochen durchzieht, könne seine Angst beseitigen.

Dominik und Sophie – das geht wirklich.

Dominik und Sophie – das geht wirklich.

Erst am Schluss des Spinnenseminars geht es um die direkte Konfrontation. Wer sich in der Lage dazu fühlt, kann Spinne Sophie anfassen oder sich von ihr bekrabbeln lassen. Dominik Wolfinger hat das geschafft. Und den Moment der Begegnung erstaunlich positiv erlebt: «Es eine Art Euphorie, ich finde die Spinne gerade sehr interessant und will sie wirklich berühren.» (smo)