1. Grösste Kakaoverarbeiter der Welt

Aus Kakao Schokolade zu machen, ist aufwendig, anspruchsvoll und teuer. Viele Unternehmen kaufen vorgefertigte Schokoladenmasse und machen aus ihr Schokolade, Süssigkeiten oder Desserts. Hergestellt wird diese Masse von Kakaoverarbeitern. Wenige Unternehmen beherrschen grosse Teile des Marktes. 

Das grösste Unternehmen ist Barry Callebaut mit Sitz in Zürich. Es ging aus der Fusion einer französischen und einer belgischen Firma hervor. Barry, Cargill und Olam können zusammen zwei Drittel der Welternte verarbeiten. Seit den 90er-Jahren hat bei den Kakaoverarbeitern eine starke Konzentration stattgefunden.

2. Nestlé und Co.: Riesen im Schoggi-Geschäft

Niemand mehr Umsatz mit Schokoladenprodukten als Mars Incorporated. M&M's, Snickers, Twix und andere schokoladige Süssigkeiten spülten 2015 18,4 Milliarden Franken in die Kasse. Rang zwei geht Mondelēz, Hersteller von Toblerone, Milka und Oreo. Rang drei sichert sich Nestlé. Mit über vier Milliarden Umsatz gehört auch Lindt & Sprüngli zu den Giganten im weltweiten Schokoladengeschäft. Nicht alle diese Firmen verarbeiten Kakao selber zu Schokolade. Lindt und Nestlé tun es.

3. Fast überall steckt ein bisschen Elfenbeinküste drin

Wenn sie in ein Stück Schokolade beissen und auf der Packung nicht steht, woher der Kakao kommt, stammt er mit grosser Wahrscheinlichkeit aus Westafrika. Die Elfenbeinküste und Ghana decken fast 70 Prozent des Kakaoanbaus ab. 

Effektiv dürfte ihr Anteil am Weltmarkt noch höher sein, weil etwa Brasilien seinen Kakao selber konsumiert und sogar noch importiert.

Der Konsumkakao Forastero, widerstandsfähig, ertragreich und günstig, dafür weniger aromatisch, dominiert in Westafrika. Der überwiegende Teil des Edelkakaos, den man unter den Sorten Trinitario, Nacional und Criollo zusammenfassen kann, stammt hingegen aus Lateinamerika. Edelkakao hat trotz einem gestiegenen Interesse in den letzten Jahren einen Marktanteil von weniger als 20 Prozent.

4. Kakao-Preis fiel tief

Der Börsenpreis für Kakao dümpelt heute auf sehr tiefem Niveau vor sich hin. Im Spätsommer 2016 setzte er zu einer Talfahrt an, die niemand in dieser Tragweite vorhergesehen hatte. Der Kakao verlor ein Drittel oder 1000 Dollar pro Tonne an Wert. 

Grund waren eine massiv bessere Ernte als erwartet und die stagnierende Nachfrage. Der prognostizierte Boom in China und Schwellenländern wie Brasilien ist bisher ausgeblieben, während der Verzehr in den USA sogar rückläufig ist. 

Der Konsument merkt von diesem Preisverfall kaum etwas. Schokolade wird kaum günstiger. Für die Kakaobauern, die von diesem Preis abhängig sind, ist er jedoch verheerend. Gemäss einer Studie von Barry Callebaut betrug ihr Einkommen vorher schon weniger als einen Euro, was weit unter der Armutsgrenze liegt. In neue Kakaobäume oder erwachsene Erntehelfer zu investieren, wird jetzt noch schwieriger. Experten fürchten, dass das zu mehr Kinderarbeit führt. In Unternehmerkreisen vermutet man, dass ein Börsenpreis von 4000 Dollar pro Tonne den Bauern ein existenzsicherndes Einkommen gewährleistete.

Vom Preisschock weniger betroffen sind Bauern, die direkt mit Schokoladenfirmen handeln und nicht vom Börsenpreis abhängig sind. Sie können ihren Kakao oft zu besseren Konditionen verkaufen. Ihr Anteil ist jedoch gering.

5. Grosse Schwankungen

Es gibt wenig börsengehandelte Güter, deren Preis stärker schwankt als jener von Kakao. Das liegt mitunter an der Wetterabhängigkeit des Kakaos, der es gerne tropisch-feucht hat. Die Kurve (unten) zeigt, wie stark der Preis ausschlägt.

Globale Ereignisse wie die beiden Weltkriege haben die Nachfrage nach Kakao und damit den Preis einbrechen lassen, wie es in einem aktuellen Bericht heisst. Zur Preisexplosion Mitte der 1970er-Jahre führten Waldbrände in Westafrika.

6. Pro-Kopf-Konsum

Die Schweiz führt das Ranking des Pro-Kopf-Konsums vor Deutschland an. Damit haben wir den Spitzenplatz von den Deutschen wieder zurückerobert, die im letzten Ranking von Chocosuisse mit elf Kilo pro Kopf noch geführt hatte. Die Statistik umfasst lediglich europäische Länder.

7. Niemand schlägt die USA

Es ist nicht ganz einfach, den Weltmeister unter den Schokoladen-Essern zu küren. Betrachtet man alle Schokoladenprodukte oder nur den Kakao? Wenn man nur den Kakao betrachtet, sind die USA das wichtigste Konsumentenland.

Egal, wie man nun zählt: Beim Gesamtkonsum fällt die Schweiz auf jeden Fall aus der Spitze. Wir sind schlicht zu wenig Esser.

Hier entstehen Fabian Rimanns Osterhasen:

Hier entstehen Fabian Rimanns Osterhasen

Chocolatier Fabian Rimann stellt in Wettingen Osterhasen aus Schokolade her, die er von der Bohne weg selbst herstellt. Dazu verarbeitet er Edelkakao aus Trinidad.