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Wenn Sie dauernd etwas verlieren oder verlegen – diese Startups helfen beim Suchen

Bald ein Bild der Vergangenheit? Wohl kaum. Aber die Suche nach den verlorenen Stücken soll das Internet revolutionieren.Thomas Northcut/Getty Images

Bald ein Bild der Vergangenheit? Wohl kaum. Aber die Suche nach den verlorenen Stücken soll das Internet revolutionieren.Thomas Northcut/Getty Images

Um persönliche Wertsachen zu sichern und dem leidigen Suchen nach Verlegtem und Verlorenemein Ende zu setzen, haben Jungunternehmen vielversprechende Lösungen entwickelt.

Eintippen, Enter-Taste oder Mausklick: Die Online-Suche ist ein Kinderspiel und das Internet eine Fundgrube von grenzenlosem Informationsmaterial. Verloren geht hier für gewöhnlich nichts. Alle sieben Sachen beisammenzuhalten, bleibt offline jedoch immer noch ein schwieriges Unterfangen. Man verlegt oder verliert hie und da mal etwas. Die Suche, ein Ärgernis!

Doch damit soll bald Schluss sein. Viele Start-ups haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Hindernisse des Suchens im realen Leben zu überwinden. Und
sie erfinden das Verlieren neu. Die Technik macht es möglich. Wir stellen Ihnen drei neue Produkte vor:

NeverLose - Smart Ski & Snowboard Tracking Device

NeverLose - Smart Ski & Snowboard Tracking Device

• Neverlose

Nicht nur Schnee-Fans, sondern die gesamte Outdoor-Community möchte die österreichische Firma PowUnity mit ihrem Bluetooth-Low-Energy-Finder NeverLose begeistern. Mittels Crowdfunding über Indiegogo wird die Finanzierung sichergestellt. Die Finder werden an je einem Ski über eine aufgeklebte Montageplatte fixiert, die rückstandslos demontierbar ist.

NeverLose Trailer

NeverLose Trailer

Vor der Abfahrt muss man sie via Bluetooth mit seinem Smartphone verbinden. Fortan ortet eine App die Skier. Löst sich ein Ski und geht im Schnee verloren, erzeugt der darauf befestigte Finder ein akustisches Signal. Mit bis zu 96 Dezibel ist der Alarm schwer überhörbar und vereinfacht die Suche nach dem Ski. Das Tracking kann auch über die NeverLose-App visuell durchgeführt werden, die ähnlich wie ein Lawinenverschütteten-Suchgerät funktioniert.

Lapa 2 - The evolution of Object Finders

Lapa 2 - The evolution of Object Finders

Doch das System funktioniert auch als Alarmanlage. Es registriert durch die Aktivierung des Diebstahlmodus alle Bewegungen. Diebe haben keine Chance. Bei der kleinsten Bewegung ertönt ein abschreckendes Signal. Doch damit nicht genug: Um «NeverLose» auch während des Jahres einzusetzen, wurde eine Fahrrad-Befestigung kreiert. Ab sofort kann der kleine Alleskönner online vorbestellt werden. Das Ski-Set kostet 77 und die Snowboard-Variante 45 US-Dollars. Die kostenlose Lieferung erfolgt voraussichtlich im Januar 2016.

• Lapa 2

Zurück im Alltag. Auf den Griff in die leere Manteltaste folgt das Grübeln. Wo ist der Schlüssel nur hingekommen? Ist das Handy irgendwo im Bus zurückgeblieben? Habe ich die Brille zu Hause liegen gelassen? Das Gedächtnis spielt den Menschen einen Streich, doch der verloren geglaubte Gegenstand taucht oft wieder auf – jedoch später, als einem lieb ist. Den Schlüssel kratzt man unter einem Blätterstapel hervor, das Handy kramt man aus den Tiefen eines Rucksacks und die Brille ertastet man am eigenen Kopf.

lostndfound

lostndfound

«Zerstreute Professoren» dürfen aufatmen. Das Start-up Lapa Studio hält auf Indiegogo mit seinem Objekt-Finder Lapa 2 eine wasser-, bruch- und kratzfeste Lösung bereit. Der Finder ist die durch Kundenumfragen erweiterte Version seines Vorgängers und funktioniert über Bluetooth (Low Energy) mit rund 60 Metern Reichweite. Ob im Portemonnaie, als Schlüssel- oder Rucksackanhänger, Lapa 2 sei der ideale Begleiter für Vergessliche.

Über eine Smartphone-App kann der Gegenstand, woran der Finder hängt, geortet werden – er macht mit Ton und Licht auf sich aufmerksam. Und wenn man das Handy verlegt? Kein Problem: Die Technik funktioniert in beide Richtungen. Mittels Knopfdruck auf dem Finder klingelt und leuchtet das Smartphone auf – auch wenn es sich im Stumm-Modus befindet. Die Batterie ist auswechselbar und hält für ein Jahr. Hat man allem zum Trotz etwas verloren, kann mittels GPS die Position des verlorenen Gegenstands lokalisiert werden. Falls die Suche ausgeweitet werden muss, kann man in der App den Gegenstand als verloren melden. So helfen alle anderen App-Nutzer bei der Lokalisierung mit.

Die Kosten für die robuste «Münze» belaufen sich auf 29 US-Dollar und beim Kauf von dreien gibt es eine geschenkt. Der Liefertermin wird auf Dezember 2015 angegeben.

• lostndfound

Wenn mal etwas im Zug oder Bus liegen bleibt, landet vieles im Fundbüro und wird zu allem Erstaunen oft nicht abgeholt. Die Gründe dafür sind zahlreich. Man weiss nicht mehr genau, wo man den Rucksack verloren hat. Man ist auf der Durchreise und hat keine Zeit, alle Fundbüros nach dem Fotoapparat abzuklappern. Man geht davon aus, dass das Portemonnaie geklaut wurde. «Schluss damit!», dachten sich Remo und Michael Häfliger von lostndfound. Die Gründer des Innerschweizer Start-ups wollen ganz ohne Bluetooth oder GPS hoch hinaus. Sie entwickelten die Idee «Clever verlieren. Ein Code für alle deine wichtigen Dinge – und sie finden zu dir zurück». Durch ihr Konzept vermittelt der Finder direkt mit dem Verlierer und macht das Fundbüro als Zwischenstation überflüssig.

Mit Identitätsnummer (ID) und Quick-Response-Code (QR) möchten sie das Verlieren revolutionieren. Und so funktioniert es: Zuerst kann man sich auf ihrer Website oder mit ihrer Smartphone-App registrieren. Danach erhält man Sticker und Gadgets, die mit einem persönlichen QR-Code und ID versehen sind. Diese sind an allen wichtigen Gegenständen anzubringen, zum Beispiel am Hausschlüssel. Geht dieser verloren und wird wieder gefunden, kann der Finder den QR-Code mit seinem Smartphone scannen oder die ID auf www.lostndfound.com eingeben. Dadurch wird der Besitzer informiert, der mit dem Finder Kontakt aufnehmen und seinen verlorenen Gegenstand wieder zurückbekommen kann.

Ein Jahres-Abo gibts für 30 Franken und ein Fünfjahres-Abo für 100 Franken. 36 Sticker kosten 2 Franken. Wer an der Idee noch zweifelt, darf das Angebot für 30 Tage gratis testen – 36 Sticker und 3 Schlüsselanhänger inklusive.

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