TikTok

Über 500'000 Downloads in der Schweiz: Die wichtigsten Fragen zum App-Phänomen TikTok

Unter Jugendlichen gehört TikTok zu den beliebtesten Apps überhaupt.

Unter Jugendlichen gehört TikTok zu den beliebtesten Apps überhaupt.

Bei den Jugendlichen erfreut sich eine App immer grösserer Beliebtheit: TikTok. Doch was macht die App eigentlich so beliebt? Und wie steht es um den Datenschutz für die Nutzer? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

1. Was ist TikTok?

TikTok ist der neue Stern am Social-Media-Firmament. Keine andere App hat so viel für Aufsehen gesorgt wie diese. TikTok lässt alte Hasen wie Facebook oder Twitter alt aussehen. Wichtig sind bei dieser App keine langen Texte oder besonders schöne Bilder.

Hier geht es um Videos aller Art: Egal ob Comedy, Karaoke oder Dance-Moves. Die einzelnen Videos sind meist 15 Sekunden lang. Ähnlich wie bei Instagram, kann man anderen Usern folgen und deren Videos liken. Je mehr Follower man generiert, desto beliebter wird man. Nur kommt die App nicht wie gewohnt aus dem Silicon Valley, sondern aus China.

2. Wer nutzt die App?

TikTok wurde weltweit über 1,5 Milliarden Mal runtergeladen. In der Schweiz sollen es laut Schätzungen über 500'000 User sein. Die App wurde hauptsächlich für Jugendliche konzipiert. Eine Umfrage des Gottlieb-Duttweiler-Instituts zeigt, dass über 40 Prozent der Schweizer Jugendlichen auf dem sozialen Netzwerk präsent sind oder es zumindest schon getestet haben.

Hauptzielgruppe ist hier die sogenannte «Generation Z». Vor allem die 9- bis 17-Jährigen geben an, TikTok mehrmals am Tag für mehrere Stunden zu nutzen - und das obwohl die App eigentlich erst ab 13 Jahren installiert werden darf.

3. Was macht TikTok so attraktiv?

TikTok ist die am schnellsten wachsende App. Ausserdem ist es die erste chinesische App, die auch ausserhalb Asiens grossen Erfolg hat. TikTok hat mehr monatliche Nutzer als Twitter oder Snapchat und liegt auf der Beliebtheitsskala noch vor sozialen Netzwerken wie LinkedIn oder Pinterest.

Für Nutzer ist TikTok so attraktiv, weil Videos vorgeschlagen werden, die einem gefallen könnten. Anders wie bei Facebook, wo nur der Inhalt der Leute gezeigt wird, denen man aktiv folgt. In einer Online-Umfrage der Marketingfirma Xeit geben User an, bis zu zwei Stunden täglich auf der App zu verbringen.

4. Welche Gefahren birgt die App?

TikTok ist vielen ein Dorn im Auge. Die grösste Sorge der Eltern: Pädophilie. Da die App vor allem von Kindern und Jugendlichen genutzt wird, kann TikTok ein Paradies für Straftäter darstellen. Generell heisst es «wo Kinder sind, da sind Pädophile nicht weit entfernt».

Und bei TikTok haben sie leichten Zugang zu den Videos und Kontaktdaten der Jugendlichen. Tatsächlich gibt es immer wieder Schlagzeilen, dass unter Videos von Kindern explizite und anzügliche Kommentare zu finden sind. Stellt man sein Konto aber auf privat, kann man selbst entscheiden, wer wie was wann kommentiert.

5. Wie sieht der Inhalt von TikTok aus?

Die App hat eine grosse Bandbreite an Videos. Von Challenges über süsse Katzenvideos und Comedy bietet TikTok wirklich alles an. Auffällig ist hier, dass immer wieder neue Trends aufkommen. Waren es einst Videos in denen Frauen und Männer sich in einer Sequenz hässlich gezeigt haben, um in der nächsten bildschön auszusehen; sind es jetzt vor allem Tanzvideos, die geliked werden.

Wichtig sind hier die Songs, die einheitlichen Choreografien und der Name der Challenge. Mit einem Hashtag wird das fertige Video dann verbreitet und von anderen TikTokern nachgemacht.

6. Wer sind die beliebtesten TikTok-Stars?

Die beliebteste TikTokerin ist die 16-jährige Charli D’Amelio aus den USA. Mit ihren Videos unterhält sie ihre über 73 Millionen Follower. Doch auch in der Schweiz gibt es einige TikToker: Ganz vorne liegt die 18-jährige Noemi Nikita aus Bern.

Sie hat mittlerweile über viereinhalb Millionen Fans auf TikTok. Schaut man sich ihr Profil an, sieht man überwiegend Lipsync-Videos, in denen sie zu Songs ihre Lippen bewegt. Knapp dahinter auf Rang zwei, mit über vier Millionen Follower, steht der mit seinen 27 Jahren eher ältere Dean Schneider. Er postet Videos von sich mit Löwen und Affen.

7. Wie steht es um den Datenschutz?

Eher schlecht. Während die App grosse Beliebtheit geniesst, werden Datenschützer immer misstrauischer. Sie befürchten, dass das Unternehmen, zu dem TikTok gehört, sensible Daten von Jugendlichen speichert.

Die US-Konsumentenschutzbehörde FTC (Federal Trade Commission) hat TikTok wegen der illegalen Sammlung von Namen, E-Mail-Adressen, Bildern sowie Standortdaten bereits eine Strafe in Höhe von 5.7 Millionen Dollar aufgebrummt. Und trotzdem gehen die Spekulationen weiter. Andere Länder wie Indien gehen sogar so weit, TikTok sperren zu lassen.

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